Soloalbum :: Beyoncé – Dangerously In Love (Columbia/Sony Music)

Hach, wären doch alle Platten so schon strukturiert wie Dangerously In Love, man könnte sich eine Menge Programmierarbeit sparen, die Skip-Taste unberührt lassen und nach der Hälfte etwas Sinnvolles tun. Geschirrspülen zum Beispiel. Das Soloalbum von Destiny’s Child Beyoncé (Knowles) fadet von Midtempo-Funk’n’Soul-HipHop fast unmerklich in Mariah-Carey-Stimmüberschlagsballadenkitsch, so dass der Hörer je nach Neigung bei Track 8 aus- bzw. einsteigen kann. Nichts gegen R’n’B-Balladen, aber die sind wie Schokolade. Im Übermaß genossen, führen sie zu Bauchschmerzen. Dabei geht’s sehr gut los. Mit der souligen Single „Crazy In Love“ (feat. Jay-Z) und ihren karnevalesken Bläsern, „Naughty Girl“, dem Re-Work von Donna Summers/Giorgio Moroders „Love To Love You Baby“. Dem hübsch mechanischen „Baby Boy“ (feat. Sean Paul), das mit östlichen Samples (danke, Panjabi) angereichert ist. Plus: allerlei funky shit wie „HipHop Star“ (feat. Big Boi & Sleepy Brown) und Semi-Experimentelles wie „Yes“. Danach geht’s aber straight into the Balladensection, in der auch ansonsten verlässliche Gäste wie Missy Elliott („Signes“) und Jay-Z („That’s How You Like It“) nichts gegen den Kitsch – Höhepunkt: „The Closer I Get To You“, ein schleimiges Duett mit Luther Vandross – ausrichten können.

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