Black Lipstick – Converted Thieves

Es gibt Platten, bei denen man vom ersten Moment an Ängste hegt, sie zu verkennen. Dem Autor scheint zum Beispieldas Black-Lipstick-Gen zu fehlen. Dennoch will er nicht die Flinte ins Korn werfen. Vielleicht, weil der Einstieg in converted thieves mit eigentümlich gestimmten Gitarren und einem mehrmals behäbig über die Toms bis zum Becken gezogenen Break genau so beginnt, wie die Amateurband des Autors vor etwa zwölf Jahren desillusioniert aufgehört hatte, was ihm die vier Texaner grundsätzlich sympathisch macht. Was bei Black Lipstick dem wackeligen Intro folgt, ist Spiel in freilich besserer Beherrschung. Beherrschung vor allem mutiger Windschiefe, schroffen Klopfens und dann doch relativ nachgiebiger Vertracktheiten. So nahe zuweilen an Pavement. wie eine Band einer anderen kommen kann, ohne sich des geistigen Diebstahls schuldig zu machen. Nun, der Autor glaubt nicht, dass das schon die nächste Zukunft von „Indie“ ist, es tatsächlich wieder so weit sein soll für Schlagzeuger/innen, die beim zweiten Vers zusätzlich auf das Ridebecken klöppeln, ohne gleich Temperament vortäuschen zu wollen. Für Gitarristen, die dann gniedeln und disharmonisch-harmonisches Zeugs zupfen, als würde Thurston Moore aus dem Publikum einen kritischen Blick aufs Griffbrett werfen. Launig-launische Geschichten zwischen Zynismus, Skepsis und strahlenden Pocketwahrheiten über Langeweile, Gott, Tod und Zigaretten haben freilich immer Konjunktur.

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