Van Morrison :: Magic Time

Das 35. Soloalbum des Mannes aus Belfast wieder mit dem typischen Mix aus Blues, Soul, Swing und Folk.

„Weitermachen. Man muß weitermachen. Einfach immer nur weitermachen“ (Oliver Kahn). Van Morrison macht weiter, immer weiter. Auf MAGIC TIME setzt der bald 60jährige da an, wo er vor knapp zwei Jahren mit WHAT’S WRONG WITH THIS PICTURE? aufgehört hat: „Stranded“ ist ein Slowblues, der das ewige Belfast-Cowboy-Topos vom Fremden in einer fremden Welt dekliniert, „Celtic New Year“ läßt die Stimmung ganz sanft ins Folkige gleiten, „Keep Mediocrity At Bay“ shufflet harmonika-beseelt dahin, der „Evening Train“ zieht das Tempo noch eine Spuran.der Jazz-Standard „This Love Of Mine“ swingt lässig, aber unspektakulär – da sind schon gut 20 von 55 Minuten vorbei und passiert ist bis dahin wenig, Überraschendes gleich gar nicht. Später verkündet The Man™, „Just Like Greta“ [Garbo] wolle er am Liebsten ganz allein sein, singt vom „Gypsy In My Soul“, rekurriert in „The Lion This Time“ auf Zeiten, in denen er den Löwen in sich, in seiner Stimme nicht zu bändigen vermochte („Listen To The Lion“), und natürlich darf die obligatorische Ausbeutungstirade, die hier „They Sold Me Out“ heißt, nicht fehlen. Klar ist das alles musikalisch wieder perfekt inszeniert: mit akkurat austarierten Bläsersätzen, hyper-präziser Rhythmusgruppe, ausgefuchsten Soli und einem Sänger, der einem immer noch eine Gänsehaut über den Rücken jagen kann, sich aber leider – wie häufig in den vergangenen Jahren – allzu sehr auf routiniertes Handwerk verläßt. Am Ende, im Fade-out von „Carry On Regardless“, hört man ihn lachen. Ein freudloses Lachen. Da muß einer tun, was er tun muß, weil’s viel zu spät ist, um aufzuhören. Fans wie ich werden MAGIC TIME trotz allem mögen. Warum? It ain’t why why why, it just is, that’s all.

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