Darwin Deez :: Darwin Deez

Lucky Numbers/Rough Trade

New Yorker Selfmademan geht mit seinem Lo-Fi-Wohlfühlpop einen zu geraden Weg.

Drei Dinge braucht dieser Mann – ein Mikrofon, eine kratzige Gitarre und seinen Computer. Er zieht sich das Stirnband über das belockte Haupt und legt los. Hinter seinen zehn Songs vermutet man bereits neue Heldentaten des Freakpop. So neu und verwegen ist es aber gar nicht, was uns Darwin Deez mit seinem ersten Album auftischt. Ein paar Sequenzen genügen und schon fragt man sich, ob das Strokes-Revival jetzt schon dran ist. Der Hang zum reduziert produzierten Rocken ist unverkennbar. Auch die Stimme erinnert irgendwie an Julian Casablancas, hat aber eine positivere Ausstrahlung. Das merkt man sofort, da uns Darwin mit den Zeilen in eines bekannten englischen Kinderlieds begrüßt: „Twinkle twinkle little star, how I wonder what you are.“ Der Song dazu heißt „Constellations“ und erzählt praktisch schon die ganze Geschichte. Gravierende Veränderungen sollte man im weiteren Verlauf des Albums nicht erwarten. Darwin zieht seinen Stil durch, das tut er gekonnt und viel besser als sein langweiliges Heimwerkerpendant Owl City. Aber das Albumformat lebt nun mal davon, dass uns der Musiker auf eine Reise durch undurchsichtiges Terrain nimmt und mal einen Seitensprung macht oder Umwege probiert. Hier geht alles viel zu stoisch geradeaus in eine Richtung.

www.darwindeez.com

Story S. 30

Marcel Dettmann

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