Hole :: Nobody’s Daughter

Rock: Courtney Love beweist mit ihrer als Band getarnten Solo-Existenz ihre Daseinsberechtigung.

Keine Sorge! Ein Titel wie „How Dirty Girls Get Clean“ ist kein Vorschlag zur Läuterung – auch wenn Courtney Love diesen und viele andere während oder kurz nach ihrer Reha vor fünf Jahren geschrieben hat – auf Nobody’s Daughter gibt es noch genügend Riot Grrrl unter dem Babydoll-Tüll. Fünf Jahre? In der Tat, so lange hat die Grunge-Muse an den Songs gearbeitet und sich mit Ex-Hole-Kollege Eric Erlandson wegen der Rechte am Bandnamen in den zerzausten Haaren gelegen. Aber fuck, was soll’s – Hole klingen straight und verwundbar in einem. Auch wenn vieles an den Powerpop von Celebrity Skin erinnert, Courtney Love reizt noch ein paar andere Facetten aus. „Skinny Little Bitch“ taumelt wütend umher, „Samantha“ stimmt den Schlachtruf „people like you fuck people like me“ an, und schreddernde Gitarren gibt es en masse. Aber eben auch die sanfte Innenschau, wenn Love mit Akustikgitarre und bluesigem Timbre verletzlich neben den Wunden ihrer Vergangenheit kniet („Someone Else’s Bed“, „Letter To God“). Sowohl Billy Corgan als auch Linda Perry produzierten das fünfte Hole-Werk, aber Nobody’s Daughter trägt vor allem eine Handschrift, die der she’ll never be a good girl Courtney Love.

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