Ritual :: Fiction/Universal

Nicht mehr so düster, dafür umso ambitionierter: Das Londoner Trio holt mit hymnischem Rock zum großen Schlag aus.

Der erste Song auf dem ersten Album von White Lies hieß „Death„. Dieses Mal hört sich alles ganz anders an: „He says the only thing I’ve ever found that’s greater than it always sounds, is love“. Nun ist es ja nicht so, dass dieses Londoner Trio mit seinem Debütalbum die Menschen abschreckte. Im Gegenteil. Mit seiner neuen, nicht nur an einer Stelle festzumachenden positiven Art erleichtert es den Zugang aber noch mal zusätzlich. Das Beeindruckende an White Lies ist der unbedingte Wille, die große Gier und die fast schon unverschämte Arroganz, mit der sie Refrains entwickeln, die wie ein Katarakt nach Öffnen der Fluttore mit voller Wucht auf den Hörer niederprasseln. „I’ve got a sense of urgency, I gotta make something happen, no stone unturned“, singt Harry McVeigh mit der ihm eigenen durchdringenden Stimme. „Bigger Than Us“ – größer, höher, weiter und kein Ende in Sicht. Mit den ersten drei Songs spielen sich White Lies wie stürmische Welteroberer auf. Wer traut sich so was noch? Elektronisches Beiwerk lässt den Sound voller erscheinen und unterstützt den Breitwandeffekt. Danach fährt die Band das Adrenalin etwas herunter, nähert sie sich „Ashes To Ashes“ von David Bowie an, bringt sie schwere Trommelschläge ins Spiel und lässt sie in „Come Down“ durchklingen, dass bei der Vorbereitung diverse R’n’B-Alben eine große Rolle gespielt haben. Am Ende kann es keinen Zweifel geben. Was White Lies auch anpacken, es klingt gewaltig. Das neue Jahr wird ihnen gehören.

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