Bright Eyes :: The People’s Key

Polydor/Universal

Arena-Folk und auch ein ansonsten ausladender Querschnitt durch die Qualitäten eines bekanntlich sehr begabten Jungen.

Verglichen mit dem Bohei, das die Bright-Eyes-Alben nach dem Chartsbreaker Lifted Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground begleitete, ist es um Conor Obersts Band heute fast wieder ruhig geworden. Seit Obersts letzter Songsammlung Cassadaga sind nun auch schon vier Jahre vergangen, eine Strecke, die sich nur sentimentale alte Männer oder die (wenigen) Bands gönnen können, die kommerziell fest im Sattel sitzen. Dass Conor Oberst (30), einstiges Wunderkind des US-Folk und aktueller Mystic-Valley-Band-Chef, so etwas wie ein Elder Statesman der Jungen Wilden ist, gut verkauft und sehr erfolgreich tourt, prädestiniert ihn für ein Album wie dieses. The People’s Key, wie schon der Vorgänger mit den Longtime-Kumpeln Mike Mogis und Nathaniel Walcott (und einem Dutzend Freunden) in Omaha, Nebraska, eingespielt, darf ohne mit der Wimper zu zucken als das Conor-Oberst-Querschnittswerk schlechthin bezeichnet werden. Hier finden wir ferne Erinnerungen an die nervenflatternden Folksongs der frühen Jahre („Shell Games“), Selbsterkundungen in süßer Rock’n’Roll-Glasur („Triple Spiral“), den elektronisch unterfütterten Pop aus der Digital Ash In A Digital Urn-Phase („Approximate Sunlight“), die Piano-Ballade, die auf jeden Gabentisch gehört („Ladder Song“). Im Titelsong „The People’s Key“ demonstriert Conor Oberst, dass er das Monopol auf den Arena-Folk moderner Machart nach wie vor besitzt: Keiner kann ihm das Wasser reichen, wenn es darum geht, ein kleines Lied mit großem Tamtam in Reichweite des Mainstreams zu spielen, ohne damit seine Seele zu verkaufen.

Story S. 54

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