Tindersticks :: The Something Rain

Schwulstfrei und etwas zäh - die Briten haben ein meditatives Psych-Rock-Album mit starkem Saxofoneinschlag aufgenommen.

An diesen neuen Tindersticks-Songs werden sich die Geister scheiden. Fans der Soundtrack-Arbeiten von Staples & Co. könnten sich in den Kontemplationen heimisch fühlen, die große Anhängerschaft der klassischen Kunstlieder aus den 90ern wird mit diesem Pfund hier wohl zu kämpfen haben. Wo will Stuart Staples mit seiner Band 2012 hin? Vom großen Schwulst hatten die Briten sich ja schon auf dem Vorgängeralbum Falling Down A Mountain befreit, mit The Something Rain bewegen sie sich einen Schritt weiter in Richtung Psych-Rock, auf ganz sanften Pfoten allerdings. Ein Teil dieser neuen Stücke entwickelt dabei eine Unschärfe, die man bisher kaum von Stuart Staples kannte. Es gibt keine opulenten Songbögen mehr, und auch die dafür prädestinierten Streicher sind über weite Strecken aus dem Programm verbannt, ausgeschlafene Saxofone illuminieren den Himmel über der Musik, oder ist es die Decke, die dem Sänger auf den Kopf fällt? Staples‘ Stimme tröpfelt zäh auf die Space-Rockwinde oder fällt gleich müde in die nächsten Keyboardmeditationen. Tindersticks 2000 light years from home! Und wenn es darum geht, dass diese Band im 20. Jahr ihres Bestehens in der Lage ist, das Publikum noch einmal vor den Kopf zu stoßen? Man muss nicht einverstanden mit dieser Platte sein, man darf sie aber gewiss als Ort des Aufbruchs verstehen. Wohin nur?

Key Track: „Show Me Everything“

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