ME 04/22

Musikexpress 04/2022 mit Jack White, Pete Doherty, Placebo & Franz Ferdinand – die Themen im Überblick

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Zum Einstieg wie immer unser „Making-Of“ aus dem hier beworbenen Printprodukt:

RECORD-SHOPPING / PLATTFORM-HOPPING

Da unter dieses analoge Vorwort schwerlich ein „Ok Boomer!“ zu kommentieren ist (außer vielleicht mit Kuli), sei sich getraut, mit folgender Erinnerung an die längst vergangenen Neunzigerjahre einzusteigen: Die CD setzt sich durch, Musik wird digitaler. Dieser Übergang ist flankiert von einer guten und einer schlechten Nachricht. Die gute ist, dass CDs in der Herstellung weniger kosten als Vinyl, die schlechte: CDs kommen dennoch für einen höheren Preis in den Handel?! Na, schönen Dank auch, liebe Plattenindustrie von damals!

Seitdem hat sich viel getan in der Musikvermittlung – Skandalöses allenthalben. Man denke nur an die Napster-Krise oder den epischen Zwist zwischen GEMA und YouTube. Heute sind wir einerseits wieder zurück bei der Haptik von Vinylplatten sowie entfleucht ins komplett gegenstandlose Streaming. Friede herrscht – natürlich – immer noch nicht: Prominente Alt-Stars wie Neil Young entziehen sich der Plattform Spotify, wohingegen der Rohstoff Vinyl sowie seine Manufakturen bei der große Nachfrage aktuell nicht mehr hinterherkommen. Vieles kann zur Zeit nur mit langen Wartezeiten gepresst werden.

Unstete Zeiten eben – warum sollte es der Musik besser gehen als der Welt um sie herum? Zur Beruhigung am besten einfach mal ein gutes Buch oder ein frisches Musikmagazin lesen. Na, das trifft sich ja! Unsere neue Ausgabe ist nämlich gerade fertig geworden …

Der Musikexpress 04/2022 – die Themen im Überblick:

Jack White: „Wir hängen alle mit drin!“

Er ist zurück – und gleich doppelt. Analog- und Indie-Rock-König JACK WHITE hat zwei Alben aufgenommen, die nun kurz nacheinander veröffentlicht werden. Teil Eins ist ein Heavy-Exzess. Ein fast apokalyptisches Konzeptalbum, bei dem die krankhafte Furcht vor Tageslicht Synonym für unsere pandemische Zeit ist. Es treten auf: der Rapper Q-Tip, Beat-Finsterling William S. Burroughs und Kirchenlehrer Thomas von Aquin. Wieso das? Der Versuch einer Erklärung und ein Anruf in Nashville.

Nilüfer Yanya – Die Monster sind noch unterm Bett

Nilüfer Yanya entzieht sich den Erwartungen. Anders als ihr Name vermuten lässt, hat die Londonerin keinen Bezug zur türkischen Kultur ihres Vaters. Sängerin war nie ihr Traumberuf. Und anders als die reine Lehre des Indie-Rock es vorgibt, sieht sie keinerlei Verpflichtung, auf ihrem neuen Album PAINLESS die Realität abzubilden. Ein Gespräch mit einer der spannendsten Künstlerinnen unserer Zeit.

Pete Doherty: „Und dann zieht er weg, der Tod“

„Ob der Mann noch lebt, wenn diese Geschichte erscheint, ist ungewiss.“ So beginnt ein Text mit der Überschrift „Der Verlorene“, gedruckt im „Stern“. 16 Jahre sind seitdem vergangen. Der Mann, um den es geht, heißt Peter Doherty. Und ja: Er atmet noch, spricht sogar. THE FANTASY LIFE OF POETRY & CRIME heißt seine neue Platte, die er gemeinsam mit Frédéric Lo aufgenommen hat und ein Novum in seinem Leben darstellt: Während ihrer Entstehung war Doherty clean.

Literatur-Special: Liest Du mich?

Dieser Tage veröffentlichen gleich zwei der progressivsten deutschen Musiker ihre Literatur-Debüts, die uns deren Biografien nahebringen, aber auch ein Bild unseres Landes zeichnen. Hendrik „Testo“ Bolz, eine Hälfte der Berliner Subversiv-Rapper ZUGEZOGEN MASKULIN, skizziert in „Nullerjahre“ ein Erwachsenwerden in der Ex-DDR. Max Gruber alias Pop-Tausendsassa DRANGSAL führt uns in „Doch“ von der pfälzischen Provinz seiner Heimat in surreale Traumwelten. Wir stellen beide Bücher vor und sprechen mit den Autoren.

Placebo – Queere Helden

PLACEBO sind die großen Wegbereiter non-heterosexueller Sichtbarkeit im Charts-Pop dieser Tage. Ohne sie wären Lil Nas X und Girl In Red kaum denkbar. Wie konnte es so weit kommen? Und warum sollten wir Placebo auch nach ihrer neuen, achten Platte NEVER LET ME GO tatsächlich niemals gehen lassen? Eine kleine Zeitreise – samt klärendem Anruf bei Placebo-Mastermind Brian Molko im London der Gegenwart.

Stuart A. Staples: „Nostalgie ist ein brandgefährliches Konzept“

30 Jahre Tindersticks – da darf es ausnahmsweise mal nostalgisch werden: PAST IMPERFECT heißt das Best-of-Doppelalbum, auf dem Stuart Staples und seine Stilisten chronologisch geordnet Höhepunkte ihres Schaffens versammeln. Was sich beim Wiederhören zeigt: wie grandios die Geigen seufzen, wie eigenartig Staples nuschelsingt, wie zeitlos diese Musik wirkt. Grund für ein Gespräch über die Fallen der Nostalgie und Bergarbeiter als Schattenkumpels britischer Popstars.

ME-Helden: Franz Ferdinand – Tanz den Franz

Zackig, elegant, eloquent – und Songwriter vor dem Herrn: Mit ihren ersten beiden Alben spendierten Franz Ferdinand, die Glasgower um Alex Kapranos und Nick McCarthy, der britischen Popmusik eine Extrarunde im fantastisch schnellen Wagen.

Außerdem im Heft:

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