„Syndrom Stockholm“: Haftbefehl kehrt mit neuer Single zurück

Haftbefehl und oddworld brechen Tabus: „Syndrom Stockholm“ thematisiert ungefiltert Drogensucht und Straßenleben. Das Musikvideo erreicht die Trendcharts.

Haftbefehl ist zurück und das mit voller Härte. Am 16. Januar veröffentlichte der Deutschrapper sein bereits zweites Projekt mit dem Produzenten-Duo oddworld, welches sich hören und sehen lassen kann – das Musikvideo erschien am 15. Januar um 20:00 Uhr auf YouTube.

Der Offenbacher bleibt sich seinem neugefundenen Stil seit der Veröffentlichung der Doku „Babo – die Haftbefehl-Story“ im Oktober 2025, in der er reinen Tisch mit seinem Drogenkonsum und anderen Dämonen seiner Vergangenheit machte, treu. „Syndrom Stockholm“ ist ehrlich, ungeschönt und direkt.

Schlaglicht auf Tabu-Themen

Der zweiminütige Song steigt direkt mit der Hook ein: „Zu viel Rock & Roll, Syndrom Stockholm / Schlampe, wohin? / Warst du schon Stoff holen? / Ja, so wohnen wir am Block zwischen Hochhäusern / Die Koks-Seuche bricht aus, was’ los Leute?“. Schon in den ersten Zeilen des Tracks wird der 40-Jährige konkret. Er thematisiert ungefiltert das Leben der „Straße“, auf der er groß geworden ist.

In der ersten Strophe bleibt der Künstler ebenso deutlich und bildhaft, er rappt: „Blut klebt am Strohhalm / von Koks, Kristall / Er liegt aufm kalten Boden, Überdosis, Todesfall / Sozialamt, Mindestlohn Gehalt, so werden wir im Hochhaus alt / Strom nicht bezahlt, Diggi Stromausfall“. Einen beachtlichen Teil des Songs nehmen Zeilen über Drogenkonsum, -sucht sowie Armut ein – einer Lebensrealität, die oft in den Hintergrund gerät. Der Rapper scheint es sich in diesem Song zur Aufgabe gemacht zu haben, auf genau diese Themen ein Schlaglicht zu werfen. Das Wortspiel im Titel des Songs spielt vermutlich auf das psychologische Phänomen Stockholm Syndrom an. Dieses behandelt emotionale Abhängigkeit in einer nicht selbstbestimmten und ausweglosen Situation. Der gewählte Songname lässt Rückschlüsse auf eine Verbindung mit seiner jahrzehntelangen Kokain-Sucht und seinen Wurzeln von der „Straße“ zu.

Produktion unterstützt das Ziel

Auch die Produktion der Düsseldorfer Alexis Troy und Minhtendo von oddworld unterstreicht die Härte und Brutalität der „Straße“. Direkt zum Start des Songs untermalen metallerne, dumpfe Schläge in Kombination mit warnenden Glocken und Trap-Beats Haftbefehls zu Papier gebrachte Gefühle von Wut, Verzweiflung und innerer Zerrissenheit. Der Track ist energiegeladen, mitreißend und laut – ein Aufschrei eines Rappers, der sich von der Stimme der „Straße“ zu einem Rebellen entwickelt und nicht davor zurückscheut, Missstände offenzulegen.

Musikvideo in den Trendcharts

Rund 18 Stunden nach der Veröffentlichung ist das Musikvideo von Haftbefehl und oddworld immer noch in den Trendcharts für Musik auf der Videoplattform vertreten. Auf Platz acht erhält der Clip – der die direkten und bildhaften Lyrics visuell mit einem Kampf zwischen der „Straße“ und der Polizei ergänzt – durchweg positive Kommentare.

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Ein User schrieb: „Eines der krassesten Instrumentals jemals“, ein anderer wandte sich mit einer Bitte an Haftbefehl und das Produzenten-Duo: „Bitte macht ein ganzes Album zusammen: oddworld x Hafti“. Der Rapper wurde während seiner Pause nicht nur von der jungen Generation vermisst – ein Nutzer teilte in der Kommentarspalte: „Sogar meine Oma hat sich darüber gefreut, dass Hafti wieder zurück ist“ gefolgt von einem roten Herz-Emoji.

Vielleicht liegt der Wunsch nach mehr Songs von Haftbefehl und oddworld gar nicht so fern. Die drei scheinen gut zusammenzuarbeiten. Bereits im November erschien der auf türkisch gesungene Track „Dünya garip“. Übersetzt bedeutet der Titel „Die Welt ist seltsam“ – ein Leitmotiv für das Stück, das von Heimatlosigkeit, Fremde und Entwurzelung erzählt.

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