Romano
KÖRPER
Nonstop Pop (VÖ: 20.2.)
Der Konzept-Pop des Berliner Zopfträgers kippt nun endgültig ins Absurde.
Ist das jetzt noch komisch? Oder womöglich ernst gemeint? Die Frage stellt sich spätestens, wenn sich Romano ausführliche Gedanken macht zu dem, was da „lustlos, klein und hässlich unten an mein Bäuchlein dran“ hängt. Denn zwar beginnt das Stück mit dem expliziten Titel „Penis (Das Lied vom Glied)“ tatsächlich als halbwegs vielschichtige Auseinandersetzung mit den Themen vulnerable Männlichkeit, Incels und Misogynie, aber schmiert dann ab in eine überkandidelte Potenzfantasie mit einer unverfrorenen und dann halt doch irgendwie nicht so recht angemessenen Lust am Reim: „Kann die Wut mir nicht verkneifen / Wann krieg ich endlich ’nen Steifen?“
Man muss eben auch den Mut bewundern, mit dem Romano Pop-, Gender- und Coolnesskategorien einfach ignoriert
Mit seinem vierten Album KÖRPER versucht Romano, überzeugter Köpenicker und Testimonial der Berliner S-Bahn, einerseits sein Grundprinzip, also irgendwie cool, penetrant menschenfreundlich und zugleich kindlich zu sein, nicht nur weiterzuführen, sondern gleich zum schwerwiegenden Konzeptalbum auszubauen.
Auf KÖRPER erzählt Romano zu den faszinierend reduzierten Beats von Siriusmo von Körperteilen – von der „Nase“ bis zum „Arsch“, aber auch von seinen berühmten „Zöpfen“ oder einem „Polyesterherz“. Immer wieder werden dabei Aspekte von Männlichkeit verhandelt, es geht ums Geborenwerden und ums Gebären, um Sexualität, Identitätsfindung und immer wieder ums Militär. Das kippt bisweilen ins Surreale, allzu oft ins Absurde, aber man muss eben auch den Mut bewundern, mit dem Romano Pop-, Gender- und Coolnesskategorien nicht so sehr auflöst, sondern einfach ignoriert.
Diese Review erscheint im Musikexpress 3/2026.



