Christina Applegate: Harvey Weinstein hatte „definitiv Angst“ vor ihr

Christina Applegate berichtet über eine Begegnung mit Harvey Weinstein – und dessen angebliche Angst vor ihr. Der Ex-Produzent reagiert überraschend mit Lob.

Derzeit sitzt Harvey Weinstein eine 16-jährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung und Machtmissbrauch im großen Stil in einem New Yorker Gefängnis ab. Dennoch schafft es der frühere Star-Filmproduzent immer wieder, sich aus dem Gefängnis heraus zu aktuellen Hollywood-Akteur:innen zu äußern.

Nun wurde Weinstein in einem Buch von Christina Applegate erwähnt – und hat darauf eine überraschende Antwort parat.

Weinstein lästerte und Applegate konterte

Am Dienstag, 3. März 2026, veröffentlichte Christina Applegate ihre Memoiren mit dem Titel „You with the Sad Eyes“. In dem Buch blickt die Schauspielerin auf ihre Hollywood-Karriere und zahlreiche Rollen zurück. Zudem berichtet sie darin über ihr Leben mit Multipler Sklerose – eine Autoimmunkrankheit, die sie in den vergangenen Jahren immer wieder im Alltag und im Job zurückwarf.

Im Buch findet auch der ehemalige Hollywood-Mogul Harvey Weinstein Erwähnung. Christina Applegate schildert eine Begegnung der beiden auf einer Hollywood-Party, bei der sie den heute 73-Jährigen auf ihrer Meinung nach geschmacklose Art und Weise über andere Frauen reden hörte. Sie fackelte wohl nicht lange und konfrontierte den inzwischen verurteilten Sexualstraftäter direkt. Man könnte meinen, ein Harvey Weinstein, der jahrelang Machtmissbrauch innerhalb der Branche beging, ließe sich damals davon kaum beeindrucken. Dem war aber wohl nicht so, schrieb die Autorin: Er habe „definitiv Angst“ vor ihr gehabt, da sie eine Frau sei, die keine halben Sachen mache.

Harvey Weinstein überrascht mit Lobpreisung

Angesichts der Schilderungen im Buch wäre zu erwarten gewesen, dass der ehemalige Filmproduzent in die Offensive gehen würde, um sich zu verteidigen. Dem ist allerdings nicht so – ganz im Gegenteil. Er meldete sich kurz nach der Buchveröffentlichung aus dem Gefängnis mit einer Lobpreisung der 54-Jährigen zu Wort und applaudierte ihr förmlich für ihre Ehrlichkeit und Stärke. Gegenüber „TMZ“ äußerte er sich über einen Sprecher und nannte Christina Applegate eine „begabte Schauspielerin und eine einflussreiche Stimme in Hollywood.“ Er fügte hinzu: „Es ist gut zu sehen, dass sie ihre Geschichte und ihre Sichtweise in ihren eigenen Worten teilt. Ich kann mich nicht erinnern, Christina Applegate begegnet zu sein oder dieses Gespräch geführt zu haben.“

Das System Harvey Weinstein, in dem er beständig Frauen in der Filmbranche missbrauchte, funktionierte über viele Jahre, da Betroffene sich vor allem aus Angst vor ihm und seiner Macht nicht äußerten. Damit stellt sich nun die Frage: War Christina Applegate die einzige Frau Hollywoods, vor der Harvey Weinstein Angst hatte?

Nächste Verhandlung steht an

Die 16 Jahre, die Harvey Weinstein zurzeit in Haft absitzt, stammen aus einem Urteil aus dem Jahr 2023, das in Los Angeles erlassen wurde. In dem Urteil ging es um Vergewaltigung aus dem Jahr 2013. Ein New Yorker Urteil von 2020 über denselben Tatbestand wurde damals gekippt, da angeblich unzulässige Zeug:innenaussagen zugelassen worden waren. Die Gerichtsverhandlung wurde allerdings neu angesetzt. Harvey Weinstein wird sich also bald ein drittes Mal für seine Taten vor Gericht verantworten müssen.