Sunn O)))

SUNN O)))

Sub Pop/Cargo (VÖ: 3.4.)

Für immer Lärm: Die Erfinder des Doom Metal bleiben das Maß aller Dinge – und eine Grenzerfahrung.

Ja, was soll man über ein neues Album von Sunn O))) eigentlich sagen? Das Duo aus Stephen O’Malley und Greg Anderson zelebriert seit bald dreißig Jahren die intensive körperliche Erfahrung mit Krach. Einst als Tribute zu Cobain-Mitbewohner Dylan Carlsons legendärer Band Earth gegründet, sind sie mittlerweile die absolut führende Formation in einem Genre, das sie im Grund selbst definieren. Sie machen Doom Metal wie ihr einstiges Vorbild Earth, klar, aber irgendwie auch Ambient, und  sind die Capes, die sie live tragen, nicht irgendwie auch ein BlackMetal- oder Mittelalter-Zitat?

Und standen sie nicht immer wieder mit Attila Csihar von Mayhem auf der Bühne? Oder ist das alles ganz klar Experimentalmusik oder Performancekunst? Auf jeden Fall nichts, was man entspannt abends auf dem Sofa hört. Oder etwa doch? „Heady Metal“ nannte es die „New York Times“ vor knapp zwanzig Jahren, verkopfter Metal – und das ist die bis heute vielleicht beste Beschreibung von dem, was Sunn O))) vorhaben.

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Ihr erstes selbstbetiteltes Album und auch das erste seit 2019 feiert aber auch eine Art Neubeginn: Die Touren der letzten Jahre, bei denen sie zu zweit allein auf der Bühne standen, haben sie inspiriert, auch im Studio zu zweit alle Instrumente und Spuren alleine aufzunehmen. Das Resultat sind sechs Songs zwischen siebeneinhalb und fast 20 Minuten, düstere Meditationen, die nach verlassenen Landschaften klingen, nach Zerstörung – und irgendwie auch nach Wiedergeburt. Sunn O))) sind eine Grenzerfahrung, heute vielleicht mehr denn je.

Diese Review erscheint im Musikexpress 4/2026.