Fluppe
BEEST
Rookie/Indigo (VÖ: 20.3.)
Die Hamburger Diskurs-Postpunk-Band reiht Hit an Hit.
Auf dem dritten Album von Fluppe fliegen einem die Schrammel-Gitarren wie aus einem dunkelroten Discokeller entgegen – und das ist kein Zufall. Reiht sich die Hamburger doch in den Kanon jener Bands ein, die im Umfeld der sehr guten Hamburger Trinkstube „Mutter“ entstanden sind. Mit Sänger Oscar steht hier sogar ein waschechter „Mutter“-Barmann am Mikrofon.
Textlich wie musikalisch sind Fluppe den Schuhen und der Verkopftheit alter Hamburger Kollegen entwachsen. Stattdessen orientiert man sich stärker an anglo-amerikanischen Kollegen wie den Interpol der NullerJahre oder DIIV – oder, um es wieder näher heranzuholen, an Bands wie Karies oder Die Nerven. „Unter den Sternen steht ein Pavillon / Unter dem Pavillon stehen wir / Wenn wir diesen Ort verlassen / Steht der Pavillon nicht mehr“, heißt es im Eröffnungstrack „Sam Rockwell“. Und kaum sind die drei Minuten vorbei, drückt man Repeat: noch einmal unter den Pavillon, noch ein wenig bleiben.
Überhaupt reiht sich hier Hit an Hit – etwas, das man leider nur noch wenigen Bands aus der Hansestadt zuschreiben kann. Hochmelodisch, düster, krachig und poppig, ohne Pop sein zu wollen, zieht einen diese Platte bei fast jedem Song auf die mit Kippen und Bierpfützen besudelte Tanzfläche – vorausgesetzt, man hätte eine. Eine Platte der Nacht, die laut gehört werden will. Und gehört werden sollte.



