Collien Fernandes bei Demo gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg
Über 17.000 Menschen demonstrierten in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und für mehr Opferschutz. Collien Fernandes trat trotz Morddrohungen auf – was die Kundgebung fordert.
Mehr als 17.000 Personen haben am Donnerstag, den 26. März, bei der Demo in Hamburg mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt gefordert. Auf den Plakaten war zu lesen: „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln.“
Überraschungsauftritt
Die Kundgebung am Hamburger Rathausmarkt wurde von Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Kolumnistin Alexandra Zykunov und vielen weiteren Aktivistinnen ins Leben gerufen. Überraschend trat am Donnerstagabend auch Collien Fernandes auf die Bühne. Die Vorwürfe der Schauspielerin und Moderatorin gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen hatten die Debatte um den Schutz vor und das Vorgehen gegen digitale sexualisierte Gewalt erst ins Rollen gebracht.
Fernandes hatte noch am Mittwochabend auf Instagram für die Demonstration geworben und ihre Follower:innen aufgerufen, laut für sie zu sein. Sie selbst habe nach eigenen Angaben Morddrohungen erhalten, aufgrund derer sie ursprünglich nicht an der Aktion teilnehmen konnte.
Nun stand sie doch auf der Bühne – mit schusssicherer Weste, Polizeischutz und Security. „Lasst uns gemeinsam die Mauern des Schweigens einreißen“, rief sie. Ein mutiger Schritt, der einmal mehr zeigt, wie wichtig ihr das Thema sexualisierte Gewalt ist – und wie drängend es gesellschaftlich bleibt.
Tausende fordern Änderung der Gesetzeslage
Laut Veranstalter:innen versammelten sich 22.000 Demonstrierende. Polizeiangaben vermeldeten etwa 17.000 Menschen auf der Demonstration, um für die Rechte von Opfern digitaler sexualisierter Gewalt einzutreten. Die Rechtslage in Deutschland ist in diesem Bereich nach wie vor lückenhaft. Bei einer Demo in Hannover meldete sich auch Grünen-Politikerin Ricarda Lang zu Wort: „Wir brauchen jetzt eine Änderung der Gesetzeslage, um alle diese Frauen zu schützen.“ Deutschland dürfe nicht länger ein „Täterparadies“ sein.
Auf den Demonstrationen werden klare Gesetze besonders für den digitalen Raum gefordert. Gegen Fake-Profile, Deepfakes, nicht-einvernehmliche Verbreitung von Inhalten, Drohungen und digitale Kontrolle.
Dafür muss jedoch erst der Grundstein gelegt werden. Wie die Sensibilisierung von Institutionen und Behörden, funktionierende Verfahren sowie die konsequente Durchsetzung von Maßnahmen, die Täter:innen in die Verantwortung nehmen.
Weitere Demonstrationen
Trotz Kälte und Hagel versammelten sich zahlreiche Protestierende mit Plakaten wie „Täterparadies: Deutschland“ und „Und dann ist da noch die Dunkelziffer“ vor dem Rathausmarkt. Die Kundgebung in Hamburg war eine von vielen: Bundesweit sind weitere Demonstrationen geplant, am Samstag etwa in Köln und am Montag in Frankfurt am Main.




