Of Montreal – AETHERMEAD: 30 Jahre Flower Power
Zuckersüßer Psychedelic-Pop der retrolastigen Indie-Veteranen.
Gewisse Veröffentlichungen imponieren bereits nach wenigen Sekunden – schon bevor man nur eine Strophe vollständig gehört hat – einzig und allein aufgrund einer bestimmten Klangästhetik. Für viele – den Autor dieser Besprechung eingeschlossen – trifft das auf viele Platten zu, die sich am blumigen und ultramelodiösen Psychedelic-Pop der Sechzigerjahre bedienen. Auch AETHERMEAD, das neue Album der US-amerikanischen Indie-Veteranen Of Montreal, gefällt schon auf der Oberfläche ausgesprochen gut: verzerrte, nie allzu sperrige Fuzz-Gitarren, ungewöhnliche und dennoch eingängige Harmonien à la Brian Wilson oder Paul McCartney sowie eine verträumte, sehr bekiffte Kindlichkeit.
Man kann AETHERMEAD problemlos losgelöst vom übrigen Werk von Of Montreal hören, das mittlerweile eh kaum noch zu überblicken ist, und sich stattdessen an zahlreiche Flower-Power-Ikonen der Sixties erinnert fühlen – etwa an The Zombies oder Syd Barrett. Auch Vergleiche mit aktuellen Retro-Acts drängen sich auf, beispielsweise mit The Lemon Twigs oder Ariel Pink.
Klar, die Lyrics bleiben nichtssagend, doch irgendwie gehört das dazu. So oder so: Kevin Barnes, die nostalgische Frontperson von Of Montreal, macht auf AETHERMEAD erneut das, was nun mal funktioniert – und das seit mittlerweile 30 Jahren, was durchaus beeindruckend ist.