Wallis Bird – I CAN SEE YOUR HOUSE FROM HERE: Trauer, selbst produziert

Trauerabeit mit Akustik-Folk-Pop.

Tarotkarten habe sie gelegt, Séancen abgehalten und so die Verbindung ins Jenseits gesucht. So, verrät die irische, im Umland von Berlin beheimatete Songwriterin Wallis Bird, wäre I CAN SEE YOUR HOUSE FROM ­HERE entstanden. Esoterisch aufgeladene Psychedelia ist ihr achtes, aber erstes komplett in Eigenregie produziertes Album trotzdem nicht, eher bodenständiger, energiegeladener Akustik-Folk-Pop.

Trauer – sowohl persönlicher als auch gesellschaftlicher Natur – ist zentrales Thema mehrerer Songs und wird von Bird zur lebensbejahende Kraft umgedeutet. Allerdings überzeugen die im Privaten verankerten Songs eher als die teils arg pathosbefrachtete Stücke, die sich um die Abgründe unserer Gegenwart drehen, sei es nun die Situation in Gaza („Hold Tight! Tomorrow is gonna come“, wie es im hymnischen „Hold Tight“ heißt) oder ganz allgemein im elegischen „Why Is Peace Problematic?“.

Gleich mehrere Songs handeln vom plötzlichen Tod ihres engen Freundes und kreativen Wegbegleiters Kevin Ryan. Von dessen Songwriting ist auch der Titel des Albums inspiriert. „Life goes on, but it was better with you“ heißt es im schwermütigen Eröffnungstrack „And So Turn The Wheels“. „Two Trees“ dagegen präsentiert sich als Einladung zum Tanz und „Let Buy Your Flowers“ schön verspult: eine facettenreiche Annäherung an die verschiedene Phasen von Trauerarbeit.

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