DJ Kicks: 10 Fakten über die Kult-Mix-Reihe
DJ Kicks wird 30 Jahre: 10 Fakten zur Mix-Reihe von K7! Records – von CJ Bolland über DJ Koze bis Kruder & Dorfmeister.
Für Jugendliche gab es die folgenreiche Compilation „Bravo Hits“, wir Musiknerds hatten dagegen „DJ Kicks“ vom K7!-Label. Die Tanzfloor-’n‘-Listening-Reihe besitzt bis heute immense Strahlkraft.
1. Die Ursprünge
Die Reihe führt uns zurück in den Herbst des Jahres 1995. Die erste Compilation gehörte CJ Bolland, einem Technoproduzenten aus Belgien. Dessen Fame – CJ-Bolland-Ultras mögen kurz weglesen – hat den der Mix-Reihe nicht wirklich überdauert. Immerhin unterhält er unter anderem mit Tom Barman von dEUS das Projekt Magnus und brachte 2025 noch mal eine Comeback-EP heraus.
2. Die einzige Anforderung
Mix-Reihe ist nicht gleich Mix-Reihe. Hinsichtlich „DJ Kicks“ gilt als überliefert, die einzige Anforderung seitens des Labels K7! Records sei: Das jeweilige Set möge nicht bloß für den Dancefloor geeignet sein, sondern auch „Home-Listening Value“ besitzen.
3. Mix-Tape-Charme über 30 Jahre
Unter dieser Vorgabe entstanden über die 30 Jahre Laufzeit bis dato 88 Episoden, die alle einen persönlichen Mix-Tape-Charme aussenden. Man sitzt bei sonst eher unnahbaren Zeremonienmeister:innen des Clubs gefühlt mit auf dem Teppich vor der Plattensammlung. „DJ Kicks“ funktioniert im besten Fall wie ein musikalisches Tagebuch.
4. Plurales Prinzip statt Schema
So locker der inhaltliche Rahmen ist, so wenig schematisch auch die Aufmachung. Wiederkehrend bei jeder „DJ Kicks“-Veröffentlichung ist lediglich, dass der:die Artist selbst zu sehen ist – und der ikonische Schriftzug. Ansonsten verlässt man sich aufs plurale Prinzip: Kraut und Rüben.
5. Exklusive Tracks als zentrales Moment
Zentrales Moment der Reihe stellen die exklusiven, eigenen Tracks der Compilierenden dar. Es gilt also, nicht bloß Bekanntes neu zusammenzumontieren, sondern auch ein frisches Stück unterzumengen. Aber auch das ist keine Bedingung – längst nicht jede Ausgabe verfügt über so ein „Easteregg“, wie man heute sagen würde. Dahingehend hatten Digitalism 2012 bei ihrer „DJ Kicks“ am meisten zu geben: Sie halten den Rekord mit gleich fünf exklusiven Songs.
6. The Exclusives
Apropos Exklusiv: Die Strahlkraft jener neuen Stücke, die die Reihe immer wieder ausspuckt, schlägt sich auch nieder in Zusammenstellungen, die wiederum nur diese besonderen Songs vereinen. Bislang erschienen vier Sampler des Titels: DJ KICKS – THE EXCLUSIVES.
7. Im kollektiven Gedächtnis
Trotz des unüberschaubaren Sampler-Marktes hat „DJ Kicks“ sich ins kollektive Gedächtnis nicht nur von Clubgänger:innen genagelt. Das britische „Mixmag“ bezeichnet das Projekt sogar als die „wichtigste DJ-Mix-Serie aller Zeiten“.
8. Der Gründer
Aus der Taufe gehoben hat „DJ Kicks“ – noch mal zurück in der Zeit – Horst Weidenmüller. Der gebürtige Schweizer mit Punkhintergrund und Gründer von K7! war schon seit den Achtzigern als Musikmanager, oder besser als Musiknerd und Ermöglicher, unterwegs. Letztes Jahr, im Februar 2025, verstarb er nach kurzer schwerer Krankheit mit 60 Jahren.
9. Die fünfzigste Ausgabe
Die fünfzigste Ausgabe von „DJ Kicks“ durfte 2015 DJ Koze übernehmen. Unter anderem findet sich darauf eine Version des Homeboy-Sandman-Stücks „Holiday“. In einem Interview lüftete Koze das Geheimnis, wen man darauf zusätzlich hören würde: Es handelt sich um den Sohn wie auch den Vater von Marcus Fink. Mit ihm betreibt Koze das Label Pampa Records; jener hat auch Anteil an dem Homeboy-Edit mit der schrägen Einleitung.
10. Happy Birthday DJ Kicks
Letztes Jahr konnte man das 30-jährige Jubiläum feiern – aber auch dieses Jahr knallen die Korken. Die für das Duo wie für die Reihe selbst wegweisende vierte Folge erschien seinerzeit 1996. Kruder & Dorfmeister etablierten mit ihrer „DJ Kicks“-Inkarnation einen neuen Sound in den Clubs. Ihr Downbeat-TripHop mit Kaffeehaus-Charme schaut heute zurück auf diesen Start und holt ihn aktuell mit der Liveshow K&D KICKS 30 wieder auf die Bühnen.






