Lily Allen beim Lollapalooza Berlin: Wirklich nur „West End Girl“

Lily Allen spielt beim Lollapalooza-Auftritt in Berlin nur ihr Album „West End Girl“ – Fans sind gespalten.

„Ach ja, Lily Allen, das ist doch die von ‚Smile‘!“ – Wer sich nach diesem Gedankengang dazu entschließt, zu ihrem Auftritt auf dem Lollapalooza am 18. Juli zu kommen, wird bitter enttäuscht werden. Denn Lily Allen verspricht: Bei ihr wird es kein Auftauen alter Hits geben. Und das meint sie ernst.

„Lily Allen performing West End Girl“ ziert das Line-Up des Lollapaloozas Berlin 2026. Während alle anderen Stars keinerlei Fußnote benötigen, sieht sich die Sängerin wohl gezwungen, diesen Disclaimer anzufügen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil und somit perfekt vorbereitet für die Show. Doch obwohl die Britin auch ihre Tour so labelte, verirrten sich immer wieder Fans mit falschen Erwartungen vor der Bühne. Das führt zu langen Gesichtern und kritischen Rezensionen.

Nur „West End Girl“ – in der Albumreihenfolge

Es ist „West End Girl“. Und auch wirklich nur „West End Girl“. Nochmal lauter für die Menschen ganz hinten? „WEST END GIRL“. So ungefähr geht es Lily Allen, während sie die Entscheidung verteidigen muss, wieso sie lediglich Songs ihres neuen Albums spielt – diese jedoch komplett, in richtiger Reihenfolge und ohne jegliches Zwischengeplänkel. Das ganze Konzept ähnelt einem Theaterstück, bei dem die Zuschauer:innen lediglich als Zeug:innen des Prozesses fungieren – denn Allen interagiert nicht mit ihnen zwischen ihren Songs.

Keine Zugabe, keine Anekdoten

Doch manche Fans vermissen das klassische Konzert-Konzept mit Zugabe, alten Songs und kleinen Anekdoten zwischen den Liedern. Denn Lily Allen steht gerade einmal 55 Minuten auf der Bühne, eben so lange, wie das 45-minütige Album live performt braucht.

Davor spielt auf ihrer Tour kein klassischer Support-Act, sondern ein Streicherensemble, welches ihre vorherigen Hits in einer Art Karaoke-Version wiedergibt und Fans zum Mitsingen anregt.

Kritische Stimmen sehen die Show nicht im Verhältnis zu den Ticketpreisen. Für 100 Pfund (umgerechnet rund 117 Euro) haben sie sich mehr erhofft. „Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich die teuren Tickets nicht gekauft“, schreibt ein:e Konzertbesucher:in auf der britischen Ticketmaster-Website als Rezension.

Lily Allen verteidigt ihr Konzept

Die Sängerin reagiert auf die Kritik auf der Platform X und verteidigte ihr Konzept: „Es ist meine künstlerische Entscheidung, nicht mit dem Publikum zu sprechen, die vierte Wand hilft dem Storytelling. Die meisten Leute finden das effektiv.“ Sie fügt hinzu, sie wolle nicht, dass sich irgendjemand um sein Geld betrogen fühle. „Jeder auf dieser Tour arbeitet sehr hart dafür, den Menschen die bestmögliche Show zu liefern, und ich bin extrem stolz darauf.“

Ähnliches Format auch für Berlin erwartet

Die Idee hinter ihrem Auftritt ist, dass sie ihr Album wie ein Broadway-Musical aufführt. Eine ähnliche Durchführung wird demnach, wie auf dem Line-Up angekündigt, auch für das Lollapalooza in Berlin geplant sein. Wem das heftig widerstrebt, dem ist im Sinne der Blutdrucksenkung zu empfehlen, sich schon mal für Zara Larsson auf der Essence Stage anzustellen, bei Victor Ruiz auf Perry’s Stage vorbeizuschauen oder auf der New Horizon Stage Panicbaby zu belauschen.

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