Phil Von Nebenan

Wird Phil Collins in die Fußstapfen von Ringo Starr und Keith Moon treten und sich als Schauspieler blamieren?“, fragt der NME, Scharfrichter der englischen Musikszene, und gibt selbst die Antwort: „Collins gelingt es, vergessen zu lassen, daß er Popstar ist.“ Kunststück – er sah auch noch nie aus wie einer. Tatsächlich ist „Buster“ eine Ausnahme von der Regel der Kino-Desaster mit “ Bowie, Sting und Kollegen. Allzuviel Schauspiel mutete sich Colhns auch nicht zu. Er stellt den Typen dar, den wir immer in ihm vermutet haben: bodenständig, bauernschlau und nur eine schlampig gebundene Krawatte vom echten Gentleman entfernt.

In der herzergreifend britischen Film-Aufarbeitung des Postraubs von 1963 spielt Collins nicht etwa Ronald Biggs, der der Justiz entkam und als Ehren-Sex Pistol in Rio lebt. Collins spielt Buster Edwards, der vom mondänen Fluchtpunkt Acapulco bald die Nase voll hatte und reumütig zu Frau (Julie Walters) und Knast (neun Jahre) nach London zurückkehrte.

Die Liebe seiner Frau, wie wunderbar, hielt all die Jahre, als sei nichts gewesen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann verkaufen sie noch heute Blumen vor der Londoner Waterloo-Station.

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