New Kids On The Block

Weibliche Teenies in allen Stadien reinster Verzückung: jubelnd, tränenüberschwemmt, schilderschwenkend, gebannt abwartend oder verträumt tanzend: 99 Prozent der 20.000 Backfische, die zu den beiden Berliner Konzerten der New Kids On The Block strömten, sind weiblichen Geschlechts. Noch vor dem ersten Schamhaar entdecken Mädchen zwischen drei und dreizehn hier ihre Libido. Schon die kleinste Hand- oder Hüftbewegung ihrer Traumpartner — sei es Jon, Jordan, Donnie, Danny oder Joe — läßt die kindlich-weibliche Raserei orkanartige Ausmaße annehmen. Während Jordan, der Schönling mit der Kastratenstimme, für schmalztriefende Schnulzen zuständig ist. mimt Danny, Tattoos auf dem Oberarm und Bartflauni im Gesicht, den harten Rowdy von der Straße. Ihre Songs und Aussagen lassen sich zwar vor lauter New Kids-Mania kaum verstehen, doch das macht nichts: Die wahre Show findet sowieso, hart an der Grenze zur Hysterie, in den Köpfen der glücklichen Mädels statt.

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