Last Crack – Lieber Gott

Es war schon immer etwas schwieriger, mit studierten Rock ’n‘ Rollern zu tun zu haben. Last Crack-Sänger Buddo zum Beispiel weiß sogar zu so profanen Themen wie Bierkonsum einen schlauen Satz zu sagen:

„Bier ist ein soziales Gleitmittel mit gefährlichen Zähnen!“ Der 26jährige hat seinen Philosophie-Magister in der Tasche und ein durchdachtes Konzept für seine Band als Musik-Überbau verinnerlicht. Die musikalische und organisatorische Schwerstarbeit überläßt der blauäugige Intellektuelle aus Madison. Wisconsin, dagegen gerne seinen Kollegen an Schlagzeug und Lead-Gitarre: „Wir teilen uns die Bandbelange auf: Phil Buersiaite kümmert sich ums Geschäft, Paul Schlüter hat den Komponisten/ob.“

Don Bakken. Gitarrero Nummer zwei, und Bassist Todd Winger ergänzen „mit manchmal abstrusen Sound-Ideen“ die Basis, auf der Buddos poetische Texte und provokativ-innovative optische Umsetzungen lagern.

Nur noch kreativ zu sein ist für Buddo („Der Name stammt von meinem Vater, es ist eine Verniedlichung von Buddha“) ohnehin das größte, dann fühlt er sich wie Gott, ganz gemäß seiner anarchistisch-pantheistischen Grundhaltung: Jeder ist sein eigener Gott, sein eigener Erschaffer.“ An ein höheres Wesen glaubt er schon, es muß ja nicht gleich ,,Gott“ oder“.Buddha“ sein. Es könnte auch Jim Morrison heißen: „Er ist ein Bruder im Geiste!“ Und vielleicht hätte ja Morrison heute eine ähnliche LP wie BURNING TIME, das grandiose Zweitwerk von Last Crack. geschaffen.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.