Meat Loaf trägt dick auf

Daß er 70 Pfund abgespeckt hat, tut seiner Bühnenpräsenz keinen Abbruch. Meat Loaf ist auch 1994 ganz der Alte: hysterisch, bombastisch, überlebensgroß.

„What are we gonna do?“, brüllt der Dicke in die Runde. „We’re gonna kill them!“, tönt es blutrünstig aus dem Kreis seiner Getreuen zurück. Was wie der Morgenappell beim Barras klingt, ist in Wahrheit die Vorbereitung zu einem Meat Loaf-Konzert. Der Dicke und sein „Neverland Express“ (zwei Gitarren, Baß, Keyboards, Drums und Sängerin Patricia Rousseau) stimmen sich adaequat auf die folgende Show ein. Und die, eine aufwendig inszenierte Fantasy-Soap-Opera, kündet vom ewigen, Hollywood-erprobten Kampf zwischen Gut und Böse. Da erschlagen halbwüchsige Rock’n’Roller ihre schlafenden Eltern mit E-Gitarren, da sterben motorradfahrende Freunde den tragischen Tod auf der Landstraße. Und auf dem Rücksitz von Pappis Cadillac erfährt der juvenile Liebhaber seinen ersten Dämpfer. Kein Zweifel: Meat Loaf schmiert noch immer dick auf. Was der Perfektion seiner Selbstinszenierungen nicht den geringsten Abbruch tut: Mit heldenhafter Bühnenpräsenz gesegnet, von Musikern und Samples monumental begleitet, läßt Meat Loaf die Hallen erzittern. Ein Destillat amerikanischer Pop-Kultur, schmalzig, skurril und selbstironisch.

14.4. Bremen, 15.4. Homburg, 17.4. Köln, 18.4. Frankfurt, 20.4. Nürnberg, 22.4. Berlin, 23.4. Hannover, 25.4. Stuttgart, 26.4. München (Tickets: ca. 50.— bis 60.—) (P. Rieger, 0221/9420020)

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