Von Natur aus böse? Wohl kaum. Doch chauvinistischen Kollegen liest Missionarstochter Bif Naked die Leviten.

Heute verstehe ich mich prima mit meinen Eltern, aber damals habe ich sie fast wahnsinnig gemacht“, gesteht Bif Naked. 1971 in Indien geboren, wurde sie von ihren Adoptiveltern, einem amerikanischen Missionarsehepaar, im Alter von drei Jahren mit in die USA genommen. Bald war Schluß mit friedlich in der zuvor so harmonischen Methodistenfamile. „Ich war eine richtig verdorbene Göre. Zumindest hielten mich meine Eltern dafür — und, ehrlich gesagt, sie hatten recht“, grinst die Neopunk-Röhre, die mit flächendeckend tätowierten Oberarmen und Riot-Girl-Outfit so gar nicht wie eine Missionarstochter aussieht. Schon in ihrer Schulzeit hing die wilde Beth (Bif) Hopkins lieber mit gleichaltrigen Jungs herum als mit anderen Mädchen. Aus dieser Zeit stammt auch ihr Künstlername: „Einer von den Jungs hatte mich mal nackt gesehen und erzählte dann überall herum ‚I saw Bif naked!‘. Das blieb dann hängen.“ Mit 17 zog Bif endgültig von zu Hause aus, um sich fortan in diversen Bands als Frontfrau zu verdingen. Nach sechs Jahren im Rockbusiness bringt sie nur der Sexismus auf die Palme, den einige männliche Kollegen noch immer an den Tag legen: „Früher war es so, daß Mädchen, die man backstage antraf, nicht da waren, um zu spielen – zumindest nicht auf der Bühne. Es nervt einfach, wenn du als Mädchen einer Band zu ihrem Auftritt gratulierst, und die Typen gar nicht kapieren, daß du das als Kollegin sagst, sondern gleich glauben, du willst ihnen jetzt auf der Stelle einen blasen.“

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