The ORB, London, Astoria

Einst waren The Orb der Inbegriff des „Anti-Rock“. Sie gaben ihren Stücken groteske Titel, ihre Singles dauerten 39 Minuten, sie ließen Kritiker in „Flotation Tanks“ entspannen, ehe sie über ihre Musik schreiben durften – und bald galten sie als Erfinder von „Ambient House“. Zum Erstaunen aller entwickelte sich das von Dr. Alex Paterson geleitete Projekt zum Hitparadenrenner. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, wenn The Orb sich mal wieder auf die Bühne wagen mit all ihren spektakulären Tricks: Diesmal haben sie um ihr Technologie-Arsenal herum ein Zelt errichtet. Wer auf dem Dancefloor steht, sieht nichts von den Musikern. Vom Balkon aus kann man zwar ins Zelt hineineinsehen, sieht aber nicht, wer drin ist. Sind es zwei Leute? Drei? Paterson? Thomas Fehlmann? Bei der Musik ist der Reggae-Dub-Einfluß geschrumpft. Jetzt besteht der Orb-Sound aus einer Abfolge von subtil ineinander verflochtenen Fragmenten, jeder Beat zerfetzt sich alsbald selber in der Luft und jede Mitträller-Melodie explodiert wie ein Feuerwerk Dazwischen lesen schräge Stimmen Wetterberichte und apokalyptische Theorien. Higher geht’s fast nicht jedenfalls mit legalen Mitteln.

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