Phillip Boa & The Voodooclub – Hair

42.

Als Phillip Boa 1985 seinen Voodooclub gründete, stand er mit seiner Idee von alternativem Pop fast alleine da. „Hair“ war sein zweites Album beider bösen Industrie-ein Rausch an Ideen und Unbej scheidenheit, ein offenes Bekenntnis zum Pop mit der permanent drohenden Geste des Meisters, im nächsten Moment alles mutwillig wieder einzureißen. Während Phillip Boa später auch nicht umhin kam, die eigene Kunst zu verfeinern, statt immer wieder neu aufzubrechen, zeigte „Hair“ den Voodooclub noch in entfesselter, genialer, größenwahnsinniger Form. Polternde Punkpop-Schlager trafen auf zweifelhafte Klangkunst-Experimente, Kammermusik auf wüste Grobschlächtereien, strahlender Pop geriet zwischen die Mahlzähne des eher semi-talentierten Sängers – und überlebte.

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