Ideal – Ideal

8.

Ideal, das waren Schlagzeuger Hansi Behrendt, Gitarrist Eff Jott Krüger, Bassist Ernst Ulrich Deuker,  vor allem aber und in erster Linie Annette Humpe, eine selbstbewusste Göre mit erstem Wohnsitz in Berlin, die die Gesetze des deutschen Musikmarktes zu Beginn der Achtziger auf Anhieb umzusetzen verstand, und damit zu einem der wichtigsten Gesichter der Neuen Deutschen Welle avancierte. Ihre kalkuliert-naiven Texte, die zickige Musik, das kreischende Image, alles passte perfekt zum Zeitgeist einer neuen deutschen Lockerheit. Gleichzeitig versank ihre Lust- und Liebesprosa niemals in Hagen’schen Obszönitäten, war andererseits auch nicht dermaßen hirn- und seelenlos wie das tumbe Gereime von Fräulein Menke oder Ixi. Die Lieder der Band klangen allesamt seltsam kühl, vermieden tunlichst den Dialog mit ihren Zuhörern, und waren bewusst auf Sterilität ausgerichtet. Dennoch gilt das Debütalbum „Ideal“ auch heute noch, 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, als Paradebeispiel für profane Tanzmusik. Ideal waren bekennende Berliner, beklagten die lähmende Monotonie der Südsee bzw. träumten vom „Sex in der Wüste“. Und mit „Blaue Augen“, dem wichtigsten Song ihrer kurzen Karriere, gelang den Musikern sogar ein astreiner Evergreen. Zumal: Eine Zeile wie „deine blauen Augen machen mich so sentimental, denn wenn du mich so anschaust, wird mir alles andere egal“, lässt sich einfach nicht mehr toppen.

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