Älphaville

Köln, Limelight

Das Comeback von Älphaville macht auf erschütternde Weise klar:“.Forever Young“gibt’s nicht.

Das mit dem Älterwerden passiert jedem und vor allem von ganz alleine – und so kann man das mit dem Staunen auch gleich sein lassen, als Hartwig Schierbaum die Bühne betritt. Die Neunziger hat er wie so viele nicht ohne Tattoo überstanden, ein bisschen fülliger ist er auch geworden, und überhaupt sieht er aus wie jemand, der in den gelackten Achtzigern noch nicht einmal als Busfahrer bei Älphaville hätte arbeiten dürfen. Egal. Weitaus schwerer wiegt allerdings, dass Hartwig Schierbaum sich dazu berufen fühlt, auf der Bühne wieder Marian Gold zu spielen. Und das mit dem Charme eines Schiffschaukelbremsers.“.Wanna make a porty?“, schleimt Gold das Publikum an, dann dröhnt er was von.. motherfuckin‘ beatsound“und hat ganz und gar Recht. Gegen das, was Gold zusammen mit Bernhard Lloyd, dem Kollegen von einst, und zwei Mietmusikern abliefert, sind Scooter filigrane Songwriter. Wuchtige Keyboardkaskaden, fiese Gitarrensoli, ekliges Crowdpleasertum – samt und sonders bierernst gemeint, ironische Brüche: Fehlanzeige.“.Wanna make aporty?“, quakt Gold, eine Frau reicht ihm aus Gründen der Ehrerbietung einen in Folie verpackten Blumenstrauß. Wie früher in der Zett-De-Eff-Hitparade. Natürlich haben Älphaville ihre größten Hits gespielt – „Big In Japan“, „Sounds Like A Melody“, „Jerusalem“. – aber das ist im Grunde schnurzegal. Wichtiger ist diese Erkenntnis: Älphaville und das neue Jahrtausend – it sounds like a großes Missverständnis. www.alphaville.de

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