Latenightleid

Traurig genug, dass Harald Schmidt seine „Late Night“-Show zu Weihnachten 2003 beendete, weil er den neuen Sat.1-Chef Roger Schawinski nicht leiden konnte. Toll eigentlich, dass der Ungeliebte als Ersatz Anke Engelke engagieren konnte. Tragisch aber, dass der Entertainerin offenbar das Format fehlte, das Erbe von Harald Schmidt anzutreten – oder war’s die strenge Form der Sendung? In den folgenden Wochen machten sich die Feuilletons über „Anke Late Night“ her, kritisierten die Moderatorin als zu steif, die Kalauer der Gagschreiber als zu schlecht. Die Quotenfielen ins Bodenlose. Vielleicht, so die Süddeutsche Zeitung bitter, wolle sich niemand abends „von einer Frau die Welt erklären lassen“. Engelke steuerte tapfer dagegen, wagte einen neuen Anfang – und wurde am Ende doch von Sat.1 abgesetzt. Während die Engelke sich noch abstrampelte, bereiste ein entspannter Harald Schmidt mit seinem Kabarettprogramm die Republik – und wird zu Weihnachten 2004 wieder auf den Bildschrim zurückkehren. Bei der ARD.

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