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#Klimastreik

#AllefürsKlima: Diese 12 Umweltkatastrophen-Filme sollten uns eine Mahnung sein

+++ Diese Liste erschien zuerst auf RollingStone.de +++

01. Interstellar (2014)

Als JFK 1961 die Devise ausgab, der Mensch müsse bis Ende des Jahrzehnts rauf auf den Mond, ging es darum, im „Space Race“ die Sowjets auszustechen. Dass eine Fahne aber auf einem anderen Planeten (dabei ist der Mond nicht mal ein Planet) platziert werden müsse, damit der unsere Spezies dort aus der Notwendigkeit heraus neuen Lebensraum erschließen könne, stand damals nicht wirklich zur Debatte.

In Christopher Nolans Sci-Fi-Thriller begeben sich Astronauten auf die Suche nach jenen neuen Welten, wo die Menschen sich eine Chance auf Überleben sichern könnten. Die Biosphäre der Erde ist geschädigt, alle Nationen setzen auf Landwirtschaft, aber Staubstürme und Pflanzenkrankheiten bedrohen nicht nur den Boden, sondern auch die Gesundheit. Der Film spielt in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts, die Industrien liegen brach, aber Nolan scheint auch Optimist zu sein: Es ist die gute alte, wie eh und je mit Budgetproblemen kämpfende NASA, die, jetzt als Geheimprojekt, die Astronauten auf ihre Reise in den interstellaren Raum schickt.

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02. Die Wand (2012)

Nach dem Roman von Marlen Haushofer, 1963. Es gibt viele Deutungsweisen der Geschichte einer Frau, die plötzlich, in einer Jagdhütte im Tal, von der Zivilisation abgeschnitten wird – eine unsichtbare, unüberwindbare Kuppel umgibt sie in einem Umkreis von nur ein paar Kilometern. In der unberührten, innerhalb der Kuppel geschützten Natur muss sich die 40-jährige Frau aus der Stadt der Frage widmen, ob es drinnen schöner sein kann als draußen, auch wenn sie nicht mal weiß, was draußen überhaupt geschehen ist.

Regisseur Julian Pölsler hat die Schönheit von Flora und Fauna in atemberaubenden Bildern eingefangen, den Sommer wie den Winter: Es weckt in uns den Wunsch nach Rückbesinnung auf die Natur, auch nach Nutzung der Potentiale, die die einzelnen Jahreszeiten bieten.

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03. WALL·E (2008)

Der kleine Roboter räumt auf einer Müllhalde auf, die nicht nur so groß ist wie die Erde, sondern tatsächlich die Erde ist: Im Sci-Fi-Film ist unser Planet im Jahre 2085 durch Umweltverschmutzung unbewohnbar geworden. Müllroboter WALL·E schafft es im Verlaufe des Films auf ein Raumschiff, wo die übrig gebliebenen Menschen auf der Suche nach einem Zuhause vor sich hin treiben: aufgrund fehlender Gravitation fettleibig geworden und träge im Geist.

Andrew Stantons Film ist eines der vielen Kunstwerke aus der Computertrick-Schmiede von Pixar; natürlich ist er unterhaltsam, und das Ende fast zu schön, um wahr zu sein. Aber nur mit Optimismus erreichen wir unsere Ziele.

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04. Soylent Green (1973)

Richard Fleischers Dystopie, eine Adaption von Harry Harrisons Roman „New York 1999“ von 1966, kam in Deutschland unter dem etwas umständlichen Namen „… Jahr 2022 … die überleben wollen“ ins Kino. Jahr 2022, das wäre ja schon in drei Jahren! Die Ressourcen des Planeten neigen sich dem Ende zu, Wasser, Nahrung und Wohnraum sind knapp. Aus einer Mischung von Soya und Linsen entstehen die Lebensmittel „Soylent Gelb“ und „Soylent Rot“ und neuerdings auch „Soylent Green“, mit denen die Menschheit auskommen muss. Detective Thorn (Charlton Heston), der einen Nahrungsmittelskandal aufdecken will, stößt am Ende auf eine bittere Wahrheit.

Natürlich ließe sich der Film als bitterbösen Kommentar zu vegetarischer Lebensweise, aber auch als zynischer Kommentar zum Thema Überbevölkerung lesen. Vor allem aber beschreibt er das rücksichtslose Treiben der Mega-Konzerne, die uns manipuliertes Essen auftischen.

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05. An Inconvenient Truth (2006)

Als Umweltaktivist hat Al Gore womöglich mehr erreicht als in seiner Zeit als Vizepräsident von Bill Clinton (1993-2001). Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber erhielt ein Jahr nach „Eine unbequeme Wahrheit“ den Friedensnobelpreis, und der Film den Oscar für die beste Doku.

Regisseur Davis Guggenheim schildert die Probleme der globalen Erwärmung, er zeigt, was nach Anstieg des Meeresspiegels mit der Erde geschieht, welche Auswirkungen der Temperaturanstieg auf die Arktis, aber selbst schon auf unser Wattenmeer hat. Mit Gore setzt er sich für eine dringende Reduzierung des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes ein. Im Jahr 2006 war der Klimawandel längst bekannt, aber bei weitem noch nicht Tagesthema wie heute.

06. The Day After Tomorrow (2004)

Roland Emmerich ist unser Mann in Hollywood, wenn es um Blockbuster geht, in denen möglichst viel sehr laut zerstört wird. Womöglich dient auch dieser Film, dessen Titel eine bewusste Anspielung auf das Apokalypse-Drama „The Day After“ von 1983 ist, vor allem als Spezialeffekt-Showcase.

Allerdings ist Emmerichs Hauptfigur diesmal ein Paläoklimatologe, ein Klimaforscher, also kein Universal Soldier oder US-Präsident, der einen Kampfbomber fliegt. Jack Hall (Dennis Quaid) registriert die schmelzenden Polklappen und warnt vor einer neuen Eiszeit. Tornados und Hurrikans toben über der Erde, New York wird von den Fluten verschluckt. Am Ende ist die Nordhalbkugel von einer Eisschicht bedeckt.

Gut möglich, dass viele damals ins Kino gegangen sind, um ein Spektakel zu sehen – und keine Warnung, die uns zum Nachdenken anregen sollte. Da hat sich der eine oder andere Eventgänger hoffentlich an seinem Popcorn verschluckt.

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07. The Last Wave (1977)

Angeblich ist das Ozonloch wieder so klein wie vor 30 Jahren, nüchterner gesagt: Es ist auf dem Stand von 1989 und noch immer da. Das war die Zeit, als man beim Ozonloch immer an Australien dachte, dem Hitze-Kontinent, deren Bewohner immer dickere Schichten Sonnencreme auftragen mussten, man sah es in den Zuschauer-Reihen bei den Australien Open. Ein großes Thema in den 1990er-Jahren.

In „Die letzte Flut“ verknüpft Peter Weir deutlich früher, 1977, eine Mystery-Erzählung mit dem Drama einer bevorstehenden Umweltkatastrophe. Der Rechtsanwalt David Burton (Richard Chamberlain) verteidigt einen Mann, der für den Mord an einem Aborigine verantwortlich gemacht wird. Gleichzeitig wird Sydney von Hagelstürmen und einem Regen geplagt, der schwarz zu sein scheint.

Burton plagen Visionen einer untergehenden Welt, und einer der Ureinwohner scheint auch mehr über die Zukunft zu wissen. Fern von Ethno-Kitsch und dem „Geheimnis um den edlen Wilden“, erzählt Weir von Wissen über die Natur, das nur in der Überlieferung und Tradition erhalten bleibt – wer das Land schützen will, muss auf das Land hören.

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08. Before The Flood (2016)

Leonardo DiCaprio trifft geistliche und ehemalige staatliche Oberhäupter wie Papst Franziskus, Barack Obama und Bill Clinton (Trump war da noch nicht zum US-Präsidenten gewählt, wäre aber als Gesprächspartner auch kaum infrage gekommen).

Im Mittelpunkt der Dokumentation von Fisher Stevens steht die grönländische Eisschmelze. DiCaprio besucht Orte, in denen sich das Schicksal unseres Planeten abspielen könnte, den Polarkreis oder die gerodeten Regenwälder Sumatras, die für Ölpalmen weichen müssen.

Für diejenigen, denen das noch immer zu weit weg ist, besucht der Hollywoodstar Miami: Dort werden die Straßen höhergelegt, damit der erhöhte Meeresspiegel nicht für Überflutungen sorgt.

09. Stalker (1979)

Was verbirgt sich in der „Zone“? Gab es dort einen atomaren Super-GAU, einen Meteoriten-Einschlag, sind dort Außerirdische gelandet? In Andrei Tarkowskis philosophischem Sci-Fi-Drama wird das nicht geklärt. Aber der Ort und seine Geheimnisse sind das, was die Menschen mit ganzer Kraft verändert – ob sie sich nun in das Sperrgebiet hineinwagen, wie der titelgebende Stalker (Alexander Kaidanowski), oder, wie seine Familie, in der Zivilisation verbleibt, wo aber die Kräfte der Zone auch wirksam sind.

„Stalker“ ist einer der wenigen sowjetischen phantastischen Filme, die außerhalb der UDSSR Popularität erlangten und ihren Regisseur Tarkowski (er verfilmte mit ähnlicher albtraumhafter Intensität auch Stanislaw Lems „Solaris“) zu einer der Ikonen des russischen Kinos machte. Der Einfluss einer veränderten, aber nicht mit dem Verstand greifbaren Umwelt auf die Psyche wurde selten so verstörend gezeigt wie hier.

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10. Die rote Schildkröte (2016)

Irgendwo im Ozean wird ein Schiffbrüchiger an den Strand einer einsamen Insel gespült. Als er verzweifelt versucht, zurück auf offene See zu gelangen, wird er von einer roten Schildkröte daran gehindert. Scheinbar auf dem Eiland gefangen, trifft der gesichtslose Mann ohne Vergangenheit erneut auf das seltsame Tier. Es verwandelt sich vor seinen Augen in eine Frau – und auch der Himmel ist plötzlich wie in einem Traum offen.

Für „Die Rote Schildkröte“ hat sich Regisseur Michael Dudok de Wit Hilfe vom japanischen Studio Ghibli geholt. Es ist das erste Mal, dass sich die Miyazaki-Kreativstube einen anderen Künstler ins Boot holte. Herausgekommen ist ein bezaubernder, höchst eigenwilliger Zeichenstil zwischen Aquarell-Malereien und japanischen Farbholzschnitten.

Der minimalistische Anspruch unterstützt die melancholische Botschaft: „Die rote Schildkröte“ ist eine stille Parabel auf die kaum mehr mit Worten zu ergreifende, gestörte Beziehung des Menschen zur Natur. Diese spricht zu ihm in einer symbolischen Sprache, die er kaum mehr zu verstehen vermag. Doch er muss einfach nur hinhören – und die Augen öffnen. (Marc Vetter)

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11. Silent Running (1972)

Douglas Trumballs Sci-Fi-Film von 1972 galt schnell als einer der Lieblingsfilme der Hippie-Bewegung, als auch der Kinder des Space Age, und das lag nicht nur an den Soundtrack-Liedern von Folksängerin Joan Baez. Die in Deutschland „Lautlos im Weltraum“ betitelte, zweifelhafte Ode an ein Ökotopia spielt mit dem Gedanken, dass vielleicht gar nicht erst versucht werden sollte, die Natur am Leben zu erhalten, falls das nur künstlich ginge.

Astronaut Lowell (Bruce Dern) und Kollegen pflegen in einem Raumschiff die letzten Wälder, hochgezogen unter gigantischen Glaskuppeln. Als ihnen der Befehl erteilt wird, die Biotope zu zerstören, weil die Transporter für andere Einsätze benötigt würden, widersetzt sich Lowell und wird gar zum Mörder.

Wie fragil die Flora ist, muss auch der ambitionierte Pflanzenschützer sehr bald feststellen: Ohne Sonne geht es nicht.

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12. The Happening (2008)

M. Night Shyamalans letzter großer Film wird oft verlacht: Zooey Deschanel und Mark Wahlberg gäben ein schreckliches Paar ab, außerdem überzeuge Marky Mark nicht als Akademiker. Schief beäugt wurde auch das Kampfgeräusch des Antagonisten Natur: der Wind klänge ja wie mit dem Mund geblasen.

Nicht alles geht auf, aber Shyamalans Idee ist so schlicht wie wirkungsvoll: Die Umwelt setzt sich gegen den Menschen zur Wehr, indem sie über den Wind ein Gift verteilt, das die Menschen in den Suizid treibt. Der Lehrer Elliot Moore (Wahlberg) erkennt schließlich das System dahinter: Je größer die Gruppe der Leute, desto eher wird sie angegriffen. Je kleiner, desto harmloser erscheint sie für die Umwelt.

Es ist eine ganz einfache Rechnung: Wenn es weniger Menschen auf dem Planeten gibt, hat der Mensch eine größere Chance zu überleben.

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Ginger Baker (Cream) ist tot
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