Alles anders


Tweet: ausgenutzt, verlassen, dem Suizid nahe. Jetzt wieder glücklich.

Als Charlene Keys alias Tweet 2002 mit der Single „Oops (Oh My)“ auf sich aufmerksam machte, hatte die damals 30jährige einiges hinter sich. Eine dubiose Produktionsfirma hatte sie per Knebelvertrag an ein Girlgroup-Projekt gefesselt, das von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Ihr Freund hatte sie verlassen. Sie stand als alleinerziehende Mutter ohne Job da. „Damals bin ich zurück zu meinen Eltern gezogen, und irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr, hab mir einen Haufen Tabletten besorgt und wollte mich umbringen. Dann rief aus heiterem Himmel Missy Elliott an, ob ich auf ihrer neuen Platte Backgroundvocals singen wolle. Ein Schutzengel, den Gott mir schickte.“ Der Schutzengel produzierte auch Tweets erstes Album SOUTHER HUMMINGBIRD, das sich verkaufte wie wahnsinnig. „Plötzlich kamen Leute zu mir und bedankten sich, weil sie sich in meiner Musik wiederfanden und verstanden fühlten“, wundert sie sich heute noch, obwohl sie den Grund kennt: „Die Stimmung des Albums war sehr düster, aber es war echt. Das war ich.“ Auf dem Nachfolger IT’S ME AGAIN ist von Beginn an klar: „Alles ist anders.“ Charlene Keys lächelt. „Mir geht es gut, ich habe einiges gelernt und das Musikbusineß als knallhartes Geschäft erkannt. Ich werde nie leichtbekleidet in Videos herumhüpfen oder über mein Alter lügen, weil das vielleicht irgendwer für verkaufsfördernd hält. Ich bin bald 34 und sehr zufrieden. Früher habe ich die Fröhliche, die Starke bloß gemimt. Es war mir peinlich, Schwäche zu zeigen. Meine eigene Familie hat von meinen Selbstmordgedanken erst aus der Presse erfahren. Das war hart für sie. Aber heute ist alles geklärt und in bester Ordnung.“

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