Highlight: Arctic Monkeys: Wir haben ihre Alben nach Großartigkeit sortiert

Arctic Monkeys: Das sind ihre 15 besten Songs

Dias neue, sechste Studioalbum der Arctic Monkeys ist da: es heißt TRANQUILITY BASE HOTEL & CASINO  und ist seit dem 11. Mai in die Läden. Hier alle Infos wie Tracklist und Artwork.

Um die Veröffentlichung des lange erwarteten Albums zu feiern haben wir alle sechs Studioalben der Arctic Monkeys nach ihrem Großartigkeitsgrad sortiert sowie eine Liste der 15 bisher besten Songs der Arctic Monkeys kuratiert:

15. Tranquility Base Hotel & Casino (TRANQUILITY BASE HOTEL & CASINO, 2018)

Ein Song wie der Fiebertraum eines französischen Krimi-Kommissars: Turner versucht ermattet klare Gedanken zu fassen, während seine Band ihn mit nervösen Nadelstichen in die nächste Gasse jagt, wo der Mörder, den er jagt, längst auf ihn wartet. Am bemerkenswertesten dabei ist, wie sich der frühere Bombastdrummer Matt Helders in seine neue Rolle einlebt und diese Hatz auf Fußspitzen mit seinem großen, kleinen Drumming aufrecht erhält.

14. The Jeweller’s Hand (HUMBUG, 2009)

Die finalen knapp sechs Minuten von HUMBUG setzen auch den Schlusspunkt unter den ersten massiven Wendepunkt in der Geschichte der Arctic Monkeys. Ein wundervoll gesetzter Mittelfinger an alle, die sich ein „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ nach dem anderen von den vier Männern aus Yorkshire wünschten. Auf „The Jeweller’s Hand“ verwehren sich Turner und Co. den ganz großen Melodien und schaffen genau deshalb einen der spannendsten Songs ihrer Karriere – was auch an dem fantastisch ausfasernden Outro des Titels liegt.

12. This House Is A Circus/If You Were There Beware (Favourite Worst Nightmare, 2007)

Ein Doppel, das streng genommen keines ist: „This House Is A Circus“ und „If You Were There Beware“ werden auf der Tracklist von FAVOURITE WORST NIGHTMARE als zwei getrennte Songs angegeben, dabei fließen sie nahezu nahtlos ineiander. Sie teilen sich brüderlich ihre düstere Atmosphäre und versinnbildlichen mit ihrem kompromisslosem Sound wie sonst keiner der zwölf Songs dem Album seinen titelgebenden Albtraum, der sich hinter den Fenstern des auf dem Artwork von der Finsternis verschluckten Flachdachhauses abspielt.

11. Four Out Of Five (TRANQUILITY BASE HOTEL & CASINO, 2018)

Zunächst hieß es, TRANQUILITY BASE HOTEL & CASINO werde keine Singles hervorbringen. Die Arctic Monkeys änderten kurz darauf jedoch bereits wieder ihre Meinung und koppelten „Four Out Of Five“ aus. Zurecht, ist es doch der „Stand Out Track“ des Albums, eine Weltallode, inspiriert von Kubrick, Bowie und Las Vegas. Darüber hinaus nimmt es allen Fans die Furcht, Jamie Cook könne demnächst unter Alex Turners neuem Kurs das Gitarrenspielen einstellen müssen: Dieses Lead-Riff gehört jetzt schon zu einem der stärksten der Monkeys-Geschichte.

10. Fluorescent Adolescent (FAVOURITE WORST NIGHTMARE, 2007)

Der Drei-Minuten-Pop-Hit des zweiten Albums, FAVOURITE WORST NIGHTMARE. „Fluorescent Adolescent“ bietet alles, was die Arctic Monkeys in ihrer Frühphase stark machte: ineinander greifende Gitarren, hüpfende Bässe und rasierklingenscharfe Hi-Hat-Fills. Darüber schweben die Lyrics über Vergänglichkeit und Reue, die Turner mit seiner Ex-Freundin Johanna Bennett nahezu nebensächlich in einem Hotelzimmer geschrieben hat.

09. Why’d You Only Call Me When You’re High? (AM, 2013)

Ein so smoother Nachtblues, das man bei seiner Veröffentlichung zweimal hinhören musste, um sicherzugehen, dass es sich dabei um die Arctic Monkeys handelt. Turner verbrennt sich seine Finger an der eigenen Lust, während die Rhythmusfraktion einen verschleppten Funkgroove in die dunkelsten Stunden des Tages hineinträgt. „Why’d You Only Call Me When You’re High“ hat eine klare Message und ist auch daher einer der massenkompatibelsten und gleichzeitig besten Hits der Band aus Sheffield.

08. Dance Little Liar (HUMBUG, 2009)

Die Last, aber auch der Wille, der Band nach den Erfolgen der ersten beiden Alben neue Facetten hinzuzufügen, durchzog das dritte Album HUMBUG und ist auf keinem Lied so deutlich zu hören wie in diesem Wüstenstampfer. Drei Minuten lang watet der Song durch die Hoffnungslosigkeit, angeführt von Turners monotoner Stimme, bevor er in einem Showdown zwischen Gitarre und Schlagzeug beeindruckend intensiv kulminiert.

07. I Wanna Be Yours (AM, 2013)

Liebeslieder können ganz schön belanglos sein und voller öder Poesiebuchlyrik mit lächerlichen Kreuzreimen stecken. Oder man adaptiert ein Gedicht des großen Punkpoeten John Cooper Clarke, so wie es Turner für „I Wana Be Yours“ getan hat. Der Titel gibt die Thematik zwar bereits vor und man könnte auch hier die nächste austauschbare Schnulze erwarten, aber die von Turner vorgetragenen Formulierungen Clarkes für die Liebe, sind einfach nur einmalig und unkonventionell schön. Oder hat einer von euch schon einmal seiner Liebsten/seinem Liebsten gesagt, er/sie wolle ihr/sein Ford Cortina – ein Auto, das bekannt dafür ist, nie zu rosten – zu sein?

06. One For The Road (AM, 2013)

Der beste Song auf AM, nicht nur, weil er der Welt die Kopfstimme von Drummer Matt Helders gebracht hat. „One For The Road“ zeigt die Band, die Arctic Monkeys seit HUMBUG werden wollte. Eine Band, der es gelingt, ihre Jugendidole Queens Of The Stone Age – deren Josh Homme eine der Hintergrundstimmen ist – und Dr. Dre („rappt“ Turner da eigentlich im ersten Refrain?) in ihre Musik einfließen zu lassen, ohne, dass das Endergebnis wie ein seelenloser Cyborg wirkt.

05. Do Me A Favour (FAVOURITE WORST NIGHTMARE, 2007)

Trennungen schmerzen eigentlichen immer und „Do Me A Favour“ ist einer der schmerzhaftesten Trennungssong überhaupt. Alex Turner geleitet uns durch eine Nacht, in der eine Beziehung (vermutlich seine Beziehung zu Johanna Bennett) unverhofft und bitterböse zu Ende geht. Die Band hält sich mit Tom-Rolls und Akkorden, die wie Tränen fallen, zurück, bevor sie zum Schluss dem ganzen Herzschmerz überdrüssig wird und die Dynamik anzieht.

04. From The Ritz To The Rubble (WHATEVER PEOPLE SAY I AM, THAT’S WHAT I’M NOT, 2006)

Die Geschichte eines ganz normalen, durchschnittlichen Samstagabends eines ganz normalen, durchschnittlichen Typen aus Yorkshire – und genau deswegen der perfekte Soundtrack für Euren Samstagabend. Über Andy Nicholsons unverschämt groovigen Basslauf trichtert Euch Alex Turner ein, auf den Sonntagmorgen zu scheißen und die Nacht die Nacht sein zu lassen: „You couldn’t have done that on a Sunday – of course not!“

03. The View From The Afternoon (WHATEVER PEOPLE SAY I AM, THAT’S WHAT I’M NOT, 2006)

Genau so sollte man sein Debütalbum kickstarten. „The View From The Afternoon“ ist ein saftiger Schlag in die Magengrube und zeigt direkt einmal die Grenze zwischen den Arctic Monkeys und all den anderen 08/15-Indie-Rock-Bands der Class of 2005 auf. Punk-Ethos, Rock-Gitarren und das verschwenderische Drumming von „Agile Beast“ Matt Helders machen „The View From The Afternoon“ zu einem explosiven Cocktail und zu einem der besten Album-Opener überhaupt.

02. Leave Before The Lights Come On (Single, 2006)

Bis heute ein Rätsel, wie dieser Song auf keinem der ersten beiden Alben erscheinen konnte. Stattdessen veröffentlichten die Arctic Monkeys „Leave Before The Lights Come On“ 2006 als Off-Single, zum Abschluss des WPSIATWIN-Zyklus. Dabei besticht das Lied durch seine natürliche Dringlichkeit, durch Turners unverhofft flehenden Gesang und – erneut – durch einen pointierten Dynamikbogen, der die Geschichte des Aufwachens nach einem One-Night-Stand, trotz seiner vertrackten Struktur, zu einem der eingängigsten der Bandgeschichte werden lässt.

01. A Certain Romance (WHATEVER PEOPLE SAY I AM, THAT’S WHAT I’M NOT, 2006)

Was „Freiburg“ für Tocotronic, das ist „A Certain Romance“ für Arctic Monkeys. Unter Fans ist es bekannt, dass sie ihren Liebling live nur hören, wenn die Band sich im Laufe eines Konzerts selbst in einem Rauschzustand aus Glück und Vollkommenheit befindet (was, leider, viel zu selten der Fall ist). Wenn Matt Helders dann doch einmal mit seinem Drumroll den Schlusspunkt des Debütalbums anstimmt – wie etwa beim Hurricane 2013, als der Song nicht einmal auf der Setlist ihres Headliner-Gigs stand –, herrscht vollkommene Glückseligkeit bei Fans und Band.

„A Certain Romance“ ist eine dramaturgisch perfekte, sehnsüchtige Ode an bedingungslose Freundschaft, ein Song, durch den in jeder Sekunde die musikalische Klasse des Quartetts aus Sheffield durchschimmert, ein Song, zu dem man sich nur in den Armen liegen und durch alte Klapphandy-Schnappschüsse stöbern will.

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