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Auf dem Musikexpress-Radar: Active Child

„Ich bin abergläubisch, mir gibt es einen positiven Kick, wenn ich einen Penny auf der Straße aufsammle. Aber ich gehöre keiner Religion an“, sagt Pat Grossi. Die Glaubensfrage drängt sich bei dem 28-Jährigen, der unter dem Namen Active Child seit drei Jahren Musik macht, als erste auf. Klingt Grossis Debüt­album You Are All I See doch zunächst wie ein Mitschnitt aus dem Gottesdienst. Erst wenn man sich an den Tenorgesang, die Echos und die vielen Harfen gewöhnt hat, hört man kirchenferne Synthesizer-Melodien und HipHop-Patterns.

Letztere hat Grossi seinem Vater zu verdanken: Der arbeitete in den Neunzigern beim legendären Rap-Label Priority Records und hatte es mit dem Gangsta-Rap von Eazy-E und N.W.A. zu tun. Für den Job musste die Familie auch von New Jersey nach Los Angeles umziehen, wo Grossi bis heute wohnt. „Dort traf ich Eminem, Snoop Dogg und Dr. Dre – wer eben gerade im Büro meines Vaters war. Mein Dad brachte mir abends neue Platten von den Geto Boys und so mit – die Musik, die die Eltern meiner Freunde ihren Kindern verboten. Ich hörte also viel HipHop, als ich jung war. Wer weiß, vielleicht werde ich Rapper, wenn Active Child vorbei ist?“ Es wäre eine der spektakulärsten Kehrt-wenden der Musikgeschichte. 

Fakten:

• Active Child trat im Frühjahr 2011 im Vorprogramm von James Blakes US-Tour auf.
• Als Kind bildete Grossi sein Gesangstalent sechs Jahre lang im „Philadelphia Boys Choir“ aus.
• Grossi bezeichnet sein Debütalbum als Übergangswerk zu etwas noch viel „Größerem und Wahrerem“.


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