„Avatar“-Regisseur James Cameron will die 3D-Brillen abschaffen

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2009 hat James Cameron das Rad des Kinos gerundet, mit seinem „Avatar“ das 3D-Kino salonfähig gemacht. Und ganz nebenbei den finanziell erfolgreichsten Film aller Zeiten gedreht. Danach ist Cameron, der zuvor schon mit „Titanic“ und „Terminator 2“ die technischen Möglichkeiten des Kinos ausreizte, in eine Phase seiner Karriere eingedrungen, in der er wohl nur noch „Avatar“-Fortsetzungen drehen möchte. Im Dezember 2018 soll der zweite Teil der Reihe erscheinen, insgesamt soll sie am Ende fünf Filme umfassen. Und wieder zum Vorreiter für neue Technologien werden.

Am vergangenen Wochenende wurde Cameron in die „Society of Motion Picture and Television Engineers“ aufgenommen. Die Ehre wurde zuvor Persönlichkeiten wie George Lucas und Walt Disney zuteil. Bei seiner Dankesrede sprach James Cameron von den Innovationen, die er mit den „Avatar“-Fortsetzungen voranbringen möchte.

James Cameron
James Cameron

So wolle sich der Regisseur für die Weiterentwicklung von HDR (High Dynamik Range) sowie HFR (High Frame Rates) einsetzen. Letztere Technik wurde beispielsweise bei Peter Jacksons „Der Hobbit“ eingesetzt und ermöglichte eine höhere Bildrate, durch die der Betrachter mehr Details erfassen kann und bei der der 3D-Effekt natürlicher zur Geltung kommt. Ang Lee nutzt die HFR-Technik bei seinem kommenden Film „Billy Lynns Long Halftime Walk“. Statt 24 Bildern pro Sekunde wurden viele Szenen in 120 Bildern pro Sekunde gedreht. Das Problem: Fast kein Kino kann den Film in dieser Form abspielen, es müssten extra neue Leinwände und Projektoren angeschafft werden.

Zeit bis 2023

Aber genau in solchen Punkten sieht sich James Cameron bekanntlich als treibende Kraft. Immerhin hat die Nachfrage nach seinem „Avatar“ etliche Kinos auf der ganzen Welt zum Umrüsten bewegt.  In seiner Rede vom Wochenende erwähnte Cameron, dass er bei seinen „Avatar“-Fortsetzungen definitiv mit der neuen, hohen Bildrate arbeiten werde.

Zum Thema 3D äußerste sich der Regisseur besonders ambitioniert: Den 3D-Trend sehe er auch in den kommenden Jahren im Aufschwung. Was es nun braucht, seien hellere Projektoren. Dann sei auch 3D ohne Plastikbrillen möglich. „I’m still very bullish on 3D, but we need brighter projection, and ultimately I think it can happen — with no glasses. We’ll get there“, so Cameron.

Inwiefern er diesen Wunsch umsetzen kann, lässt sich allerdings noch nicht absehen. Zum Kinostart von „Avatar 2“ im Jahr 2018 scheint 3D-Kino ohne Brille kaum denkbar. Aber bis zum Jahr 2023, in dem der letzte Teil der Reihe erscheinen soll, ist ja noch etwas mehr Zeit für den nächsten technischen Sprung.

Tasia Wells WireImage

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