Blog des Monats: Interview mit pEtEr Withoutfield von blog.rebellen.info

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Unser aktueller Blog des Monats heißt „blog.rebellen.info“ und wird vom Kreuzberger pEtEr Withoutfield, seiner Frau Nilo und deren Kumpel Walter täglich mit News über elektronische Tanzmusik und das Berliner Leben bestückt. Wir sprachen mit Chefrebell pEtEr über das Bloggen, Mixtapes und Penis-Bildchen.

Ihr nennt euch Blogrebellen. Gegen wen rebelliert ihr?
Wir rebellieren gegen schlechten Geschmack und Einheitsbrei! Aber mal im Ernst, wir werden schon oft mal gefragt, was an den Blogrebellen eigentlich rebellisch ist. Das Rebellische an uns ist, keinen Erwartungen zu entsprechen.

Seit wann gibt es euren Blog?
Meine Frau Nilo und ich haben im Januar 2007 angefangen zu bloggen, nachdem wir durch andere Blogs dazu animiert wurden. Als ich das erste mal den Pantoffelpunk gesehen und gelesen habe dachte ich mir, so etwas willst du auch machen.

Ein großer Bestandteil eures Blogs ist unter der Kategorie „Hörbar“ das Mixtape. Das klassische Mixtape auf Kassette ist quasi tot: Warum ist das schade?
Ist das Tape denn wirklich tot und wenn dem so ist, warum ist das schade? Die Kassette an sich könnte man durchaus für tot erklären. Andererseits genießt diese analoge Bandaufzeichnung auch heute noch teils große Aufmerksamkeit. Die Funkverteidiger zum Beispiel haben die Erstauflage ihres “Pierre Sonality und die Funkverteidiger”-Album als Kassette heraus gebracht und erst einige Wochen später digital released. Aber natürlich muss ich dir auch Recht geben. Selbst Kleinkinder hören ihre Geschichten mittlerweile auf MP3-Playern oder von CD. Das Mixtape an sich hat durch das Netz und die Cloud meiner Meinung nach an Bedeutung eher wieder gewonnen. Für Otto Normal-DJ ist es einfacher seine Mixe zu verbreiten. Ebenso profitieren Labels, Produzenten, Projekte und Veranstaltungen von der Digitalisierung.

pEtEr, du hast mal gezwitschert „was irgendwie gar nicht geht: Singer-Songwriter“. Wieso?
Zwar wird zum Beispiel auch die von mir geschätzte Andreya Triana als Songwriterin bezeichnet, aber unterm Strich langweilt mich dieses Genre doch sehr. Ich brauche Bässe und Beats.

Viele halten das Bloggen für den Journalismus der Zukunft. Seht ihr das genau so?
Bloggen wird sicher nicht DER Journalismus der Zukunft sein, es wird aber das journalistische Angebot weiter bereichern. Heute schon findet man viele Informationen und Nachrichten zuerst in Blogs. Dort sind sie auch meist viel detaillierter beschrieben als in klassischen Medien. Ich denke die Redaktionshäuser sind am Zug und müssen ihre Arbeit überdenken. Auf Papier gedruckte Nachrichten sind die News von gestern. Journalisten sollten lernen ihre Quellen zu nennen und nicht nur „im Internet“ oder „via Youtube“ zu schreiben.

Was unterscheidet euren Blog von anderen?
Wir sind ein bisschen kratziger, manchmal auch etwas unangenehmer und direkter als andere. Bei uns liest man schon mal einen subjektiven Rant, der unterzuckert geschrieben wurde oder wird mit (lustigen) Titten- und Penis-Bildchen konfrontiert. Zudem schreiben bei den Blogrebellen auch Gastautoren, die eigentlich nur eine Vorgabe bekommen haben: Stehe zu dem, was du bloggst und veröffentliche nur Musik, die du auch wirklich magst. „Abmahnfähige“ Musik der „Contentmafia“ ist ebenso ein No-Go. Dafür supporten wir oft und gerne Netaudio-Labels und Artists, sowie kleinere, unabhängige und digitale Labels und Projekte.

Wie finanziert ihr euch? Ist eure Seite kommerziell oder privat betrieben?
Die Blogrebellen sind komplett werbefrei und ohne kommerziellen Hintergrund, und das bleibt auch so.

Gibt es jemanden, über den ihr für kein Geld der Welt bloggen würdet?
Es ist doch viel interessanter über Sachen zu schreiben, die nur wenige auf dem Zettel haben und die sich nicht über ein fettes Marketing-Etat Aufmerksamkeit beschaffen können. Ohne die Verpflichtungen, die ein kommerzielles Blog mit sich bringt, schreibt es sich viel unabhängiger.

Habt ihr einen Lieblingsblog?
Jede Menge. Die aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Schaut euch die „via-Links“ unter unseren Beiträgen an. Unser Content stammt nämlich meist aus anderen Blogs, die wir regelmäßig lesen.

Vielen Dank für das Gespräch und noch viel Spaß beim Bloggen!


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