Bruno Mars‘ „The Romantic“: Glattgebügelter Retro-Soul auf hohem Niveau
Bruno Mars kehrt mit „The Romantic“ nach zehn Jahren zurück: Sein viertes Soloalbum schwelgt in Funk, Disco und Soul – und macht verdammt viel Spaß.
Bruno Mars will lieben, Liebe machen, vor allem will er tanzen – und wenn du nicht mitmachst: absolute Krise, Apokalypse, bitte tu ihm das nicht an. Gemeinsam mit ihm sollst du dich von dem glattgebügelten Retro-Soul auf seiner neuen, passend betitelten Platte „The Romantic“ verzaubern lassen.
Es ist sein insgesamt viertes Soloalbum, das erste seit zehn Jahren. Sonderlich anders als „An Evening with Silk Sonic“, sein Kollaborationswerk mit R&B-Grinsebacke Anderson .Paak von 2021, ist „The Romantic“ nicht – und basiert auf ähnlichen Seventies-Einflüssen aus Funk, Disco und Soul.
Mars wurde auch diesmal wieder von jenen Musikern inspiriert, die am liebsten und öftesten Sex hatten oder zumindest am auffälligsten darüber gesungen haben: James Brown, Marvin Gaye, Barry White, Prince.
Neue Einflüsse, vertrautes Terrain
Ein paar neue Klangästhetiken gibt es allemal: So tauchen Anspielungen auf mexikanische Mariachi-Musik und andere lateinamerikanische Genres auf. „Something Serious“ etwa ist eine Hommage an Santanas „Oye Como Va“. Doch im Kern macht Mars hier das, was er von Anfang an gut konnte: In liebevoll ausgeschmückten, tight eingespielten Popsongs mit uns flirten, uns dabei ganz verlegen machen – und unsere Ärsche zum Wackeln bringen.
Klischee als Programm
Bei jedem Song hat man zwar das Gefühl, er könnte auch für eine Castingshow wie „The Voice“ geschrieben worden sein, doch das stört im Rahmen der knappen Laufzeit von 30 Minuten nur bedingt.
Es stellt sich nur die Frage, wie gut ein Album sein kann, das von vorne bis hinten aus Klischees besteht. Die Antwort lautet: Ziemlich gut!



