Cop Shoot Cop

Friede auf Erden: Die New Yorker Noisecombo will weg vom Image der bösen Buben

Cop Shoot Cop kämpfen gegen ihr Brutalo-Image an. Die New Yorker Soundbastler fühlen sich gehörig mißverstanden. „Gerade in Europa“, brummt Tod Ashley, einer der beiden singenden Bass-Männer der Band, „kommen wir bei den Leuten immer so ernst und dunkel rüber“. Dabei sei in Wirklichkeit alles ganz anders: „Die Leute hören nur unseren Zynismus, aber nicht unseren Sarkasmus, sehen nur unsere Blackness, aber nicht den Black Humor. Dabei ist es doch viel wichtiger, was dabei herauskommt.“ Richtig. Herausgekommen ist beim neuen Cop-Album ‚Release‘ eine erstklassige Rockscheibe – auch ohne Gitarren. Mit wuchtigen Drohne-Bässen, die nicht nur wummern, sondern richtige Ohrwurm-Melodien in die komplizierten Song-Strukturen pflanzen. Mit scheppernden Bläsern, Industrie-Lärm und aggressivem Gesang stoßen die vier genau in die Lücke zwischen Nine Inch Nails und Heimet. Das ist auch der Grund, wieso euphorische Fans Cop Shoot Cop bei Konzerten als brachiale Noisecore-Prediger feiern. „Einmal hat ein Typ mit seinem Kopf so dermaßen gegen meinen Bass geschlagen, bis er blutüberströmt da lag“, klagt Tod, der in sich selber mehr den Romantiker als den harten Punk sieht. Was nun, brave Jungs oder böse Buben? Die Verwirrung wird perfekt, wenn der Mann aus Brooklyn das Selbstverständnis der Band erklärt: „Wir versuchen nur, nett zu sein. Doch In unserem Innersten sind wir richtige Arschlöcher.“

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