d4vd und der Mordfall: Was Gerichtsdokumente wirklich belegen
Entsiegelte Dokumente nennen d4vd als Zielperson der Mordermittlung. Was Grand Jury, Gerichtsakten und Medienberichte bislang offiziell belegen.
Der US-Musiker d4vd steht im Zentrum einer laufenden Mordermittlung in Los Angeles. Wie das Branchenmagazin „Billboard“ mit Berufung auf entsiegelte Gerichtsdokumente berichtet, führt die Staatsanwaltschaft ihn als Zielperson einer Grand Jury. Das Gremium prüfe seit November 2025, ob genügend Beweise für eine Anklage vorliegen. Eine formelle Anklage hat die Staatsanwaltschaft bislang nicht erhoben.
Zum Verständnis: Eine Grand Jury ist ein nicht öffentlich tagendes Gremium von Bürger:innen, das entscheidet, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erheben kann. Das Gremium prüft dabei, ob ausreichend Beweise für ein reguläres Strafverfahren vorliegen.
Fund der Leiche
Auslöser der Ermittlungen war der Fund der Leiche von Celeste Rivas Hernandez am 8. September 2025. Nachdem ein Abschlepphof-Mitarbeiter einen starken Verwesungsgeruch gemeldet hatte, entdeckte die Polizei die Leiche des Mädchens in einem Tesla, der auf d4vd zugelassen war. Das Auto soll bereits mehrere Tage auf dem Hof gestanden sein. Das Mädchen war seit April 2024 als vermisst gemeldet und zum Zeitpunkt ihres Todes 14 Jahre alt.
Die Überreste lagen Medienberichten zufolge verwest in zwei Leichensäcken im Frontkofferraum des Fahrzeugs. Angaben zur Todesursache sowie zum genauen Zeitpunkt des Todes machten die Behörden bislang nicht öffentlich; sie bleiben Teil der laufenden Ermittlungen.
In den nun entsiegelten Gerichtspapieren bezeichnen die Ermittler:innen d4vd ausdrücklich als „target“ (Zielperson), was auf substanzielle Hinweise hindeutet. Teile der Akte gelangten durch einen Rechtsstreit seiner Eltern an die Öffentlichkeit. Einen vollständigen Zugriff auf alle Unterlagen gibt es nicht.
Rolle der Familie
Die Dokumente offenbaren, dass d4vds Eltern und sein Bruder per Vorladung vor der Grand Jury aussagen sollten. Die Familie lebt in Texas und klagte gegen die Vorladungen, um einer persönlichen Aussage in Kalifornien zu entgehen. Aufgrund dessen wurden die Unterlagen entsiegelt. Die Befragung der Angehörigen sollte darauf abzielen, Einblicke in d4vds Umfeld und mögliche Verantwortlichkeiten zu erhalten. Die Akten sollen eine enge Beziehung der Eltern zu ihrem Sohn sowie ihre Rolle in seinem beruflichen Umfeld beschreiben.
Berichten zufolge stellte die Staatsanwaltschaft im Januar 2026 erneut Vorladungen aus. Die Verteidigung argumentierte, diese wären verfassungswidrig, da nicht alle relevanten Dokumente vorgelegt worden seien. Ein texanisches Berufungsgericht wies die Anträge größtenteils zurück, doch die rechtliche Auseinandersetzung dauert an.
Seine Vertreter:innen haben bislang keinen ausführlichen Kommentar zu den Vorwürfen abgegeben. Polizei und Staatsanwaltschaft äußern sich wegen der laufenden Grand-Jury-Ermittlungen nur zurückhaltend. Ob d4vd angeklagt wird, bleibt offen.
Berichte über mögliche Beziehung zu Celeste Rivas Hernandez
Mehrere Medienberichte und Social-Media-Diskussionen thematisieren, dass der Musiker und Celeste sich gekannt haben könnten. Laut diesen sollen sie gemeinsame Fotos und Szenen geteilt haben. Die Mutter der Verstorbenen soll gesagt haben, ihre Tochter habe einen Freund namens „David“ gehabt, was zu Spekulationen über eine persönliche Verbindung führte. In sozialen Netzwerken diskutierten Nutzer:innen zudem Hinweise auf Partner-Tattoos bei beiden.
Ermittlungsbehörden haben eine tatsächliche romantische Beziehung jedoch nicht offiziell bestätigt. Hinweise auf Online-Kommunikation über Discord oder einen geleakten Song mit Bezug auf Celeste Rivas Hernandez bleiben unbestätigt.
Ein ehemaliger Lehrer berichtete in sozialen Medien, sie habe d4vd über soziale Netzwerke kennengelernt und sei mehrfach von zu Hause weggelaufen, um bei ihm zu sein. Diese Angaben stammen aus Medienberichten und Aussagen Dritter und fanden keine offizielle Bestätigung.

