Das sind die 10 erfolgreichsten Boybands aller Zeiten
Alle kennen sie und hassen oder lieben sie: Boybands sind noch immer oft wahnsinnig erfolgreich. Die zehn erfolgreichsten Boybands aller (bisherigen) Zeiten findet Ihr hier.
Der Hype, den Boybands bis heute erfahren, geht bis in die 1960er-Jahre zurück. Den Anfang machten Gruppen wie die Jackson 5, die Osmonds und The Monkeys, die allesamt große Erfolge erzielen konnten. Die zweite große Boyband-Welle wurde in den 80er-Jahren mit den New Kids On The Block eingeleitet und erstreckte sich bis Ende der 90er-Jahre mit teilweise weltweiten Pop-Phänomenen wie Take That, *NSYNC und den Backstreet Boys. Doch wer die typische Boyband für ein Relikt aus MTV-Zeiten hält, liegt falsch: One Direction, Big Time Rush, die Jonas Brothers und BTS sind nur einige Beispiele von Boybands der 2000er- und 2010er-Jahre, die es nach wie vor schafften oder schaffen, Stadien zu füllen und Fans ohnmächtig werden zu lassen. Doch was genau macht eine Boyband überhaupt aus?
Grundsätzlich unterscheiden sich Boybands von anderen Bands dadurch, dass sie ihre Zielgruppe von Anfang an klar definieren und ansprechen: Mädchen im Teenageralter. Um junge Frauen als Zielgruppe zu gewinnen, bedarf es jedoch mehr als ein paar radiotaugliche Hits. Jedes Mitglied einer Boyband sollte (den jeweiligen kulturellen Schönheitsidealen entsprechend) gut aussehen und so potentiell angehimmelt werden können. Dies ist auch ein Grund dafür, warum viele Boybands gecastet werden – hübsche junge Männer, die auch noch singen und tanzen können, treffen sich schließlich nicht oft einfach so auf der Straße. Ein weiterer Erfolgsfaktor: Die Bandmitglieder sollten in etwa gleich alt sein wie ihre Fans. Das macht sie nicht nur nahbar, sondern trägt auch zur Illusion bei, die Fans hätten eine reelle Beziehungschance mit ihrem Lieblings-Bandmitglied.
Und wie sieht es auf musikalischer Ebene aus? Boybands definieren sich durch ihre oft romantischen, gar kitschigen Songs, die ihre Mitglieder von der soften Seite präsentieren. Auch die Fusion aus HipHop und Pop erwies sich bereits als erfolgreich: Sowohl die New Kids On The Block als auch die Backstreet Boys und die vergessenen Briten East 17 schafften mit ihrer Mischung aus Rap-Parts, Breakdance-Einlagen und poppigen Hooks den Durchbruch. Choreographien und tänzerisches Talent gehörten schon immer zu dem Modellbaukasten einer erfolgreichen Boyband: Einstudierte Choreos bei einem Konzert sind obligatorisch und mindestens genauso wichtig wie die Musik an sich.
Die grundlegenden Erfolgsfaktoren einer Boyband sind demnach definiert. Um herauszufinden, welche die zehn kommerziell erfolgreichsten Boybands aller bisherigen Zeiten (Stand: Februar 2020) sind, müsst Ihr nur einen Blick in unsere Galerie werfen. Der Maßstab unserer Auswertung bezieht sich nur auf die weltweit verkauften Tonträger der jeweiligen Band. Und hier könnt Ihr die Quellen unserer Auflistung noch einmal nachlesen.
Die erfolgreichsten Boybands aller Zeiten
Platz 1o: Take That
45 Millionen verkaufte Alben
Die britische Boyband wurde im Jahr 1990 gegründet und war sechs Jahre lang mit Hits wie „Back For Good“ erfolgreich, bis sie 1996 ihre Auflösung bekannt gab. Obwohl Gary Barlow als Star der Band galt, schaffte es letztendlich Robbie Williams nach der Trennung zur größten Berühmtheit. Im Jahr 2005 hatten Take That ihr Comeback und sind bis heute musikalisch aktiv – allerdings nur noch als Trio. Die Band veröffentlichte insgesamt acht Studioalben.
Platz 9: One Direction
50 Millionen verkaufte Alben
Liam Payne, Zayn Malik, Louis Tomlinson, Niall Horan und Harry Styles lernten sich bei der britischen Castingshow The X-Factor kennen, wo sie zu einer Band geformt wurden und so auf dem dritten Platz landeten. One Direction erlangten während ihres Bestehens vier Nummer-1 und Doppel-Platin-Alben in den USA und Großbritannien. Im Jahr 2015 verließ Zayn Malik die Band aus persönlichen Gründen. Zwar versuchten sich die restlichen Bandmitglieder noch einige Zeit als Quartett, doch im Jahr 2017 gaben sie dann ihre endgültige Auflösung bekannt.
Platz 8: Westlife
55 Millionen verkaufte Alben
Die irische Boyband formierte sich im Jahr 1998 unter der Mithilfe des Produzenten Louis Walsh. Den größten Erfolg hatten Westlife in Großbritannien, wo sie zwischen 1999 und 2006 14 Mal auf Platz 1 der Singlecharts landeten. Im Jahr 2012 trennte sich die Band, sechs Jahre später gaben die Mitglieder ihre Reunion bekannt. Während ihres insgesamt 16-jährigen Bestehens veröffentlichten Westlife 11 Studioalben.
Platz 7: Boyz II Men
60 Millionen verkaufte Alben
Die Band wurde im Jahr 1988 gegründet und machen bis heute Musik. Ursprünglich wurden Boyz II Men mit dem Ziel konzipiert, ein Schwarzes Pendant zu den (meist) weißen Boybands darzustellen – doch mit den Jahren konnte die Band das gecastete Boyband-Image hinter sich lassen und entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten R’n’B-Gruppen aller Zeiten.
Platz 6: *NSYNC
70 Millionen verkaufte Alben
Es ist bis heute umstritten, ob Justin Timberlake, JC Chasez, Chris Kirkpatrick und Lance Bass die Band *NSYNC auf eigene Faust gründeten, oder zusammengestellt wurden. Ihr gleichnamiges Debütalbum verkaufte sich mehr als 10 Millionen Mal, der Nachfolger NO STRINGS ATTACHED konnte sogar Diamantstatus erreichen mit mehr als 16 Millionen verkauften Tonträgern. 1999 gerieten *NSYNC in einen großen Rechtsstreit mit ihrer ehemaligen Plattenfirma, wobei die Band auf 150 Millionen Dollar verklagt wurde. 2002 lösten sich *NSYNC nach sieben Jahren und drei Studioalben auf. Von allen Bandmitgliedern konnte Justin Timberlake den größten Erfolg nach der Trennung verbuchen.
Platz 5: Bay City Rollers
Etwas mehr als 70 Millionen verkaufte Alben
Die schottische Boyband Bay City Rollers hatte ihren Ursprung im Jahr 1965. Über die Jahre hinweg wechselte die Gruppe oft ihre Mitglieder und Bandnamen, bis sie im Jahr 1971 mit dem Song „Keep On Dancing“ ihren Durchbruch hatten. Im Jahr 1974 erreichten die Bay City Rollers ihren Karrierehöhepunkt; die damaligen Mitglieder Alan und Derek Longmuir, Erik Faulkner, Leslie McKeown und Stuart Wood gelten somit bis heute als die „wahren“ Bandmitglieder. In dieser Konstellation brach eine regelrechte „Rollermania“ aus und die für die Band bekannten „Tuffy“-Frisuren wurden zu einem weltweiten Trend. Nachdem Sänger Les McKeown die Band im Jahr 1978 verließ, konnte die Gruppe nie mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Bis heute haben sich die Bay City Rollers jedoch nie offiziell aufgelöst. Ihr erfolgreichstes Album ROLLIN‘ aus dem Jahr 1974 erhielt Platin-Status.
Platz 4: The Jackson 5
75 Millionen verkaufte Alben
Die Jackson 5 wurden im Jahr 1964 von Joseph Jackson gegründet und bestanden zunächst aus seinen drei Söhnen Jackie, Tito und Jermaine. Zwei Jahre später stießen Marlon Jackson und der damals siebenjährige Michael Jackson als Leadsänger dazu. In dieser Konstellation konnte die Band bis heute die größten Erfolge verbuchen: Ihre Songs „I Want You Back“, „ABC“ oder „I’ll Be There“ wurden zu Welthits. Bis Mitte 1975 veröffentlichten The Jackson 5 insgesamt 13 Alben. Im Jahr 1984 verließ Michael Jackson die Band, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Während er als „King of Pop“ Musikgeschichte schrieb, konnten seine Brüder leider nie mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Fun Fact: Im Jahr 2001 feierte Michael Jackson sein 30-jähriges Bühnenjubiläum als Solokünstler und bat im Zuge einer Perfomance des Songs „Dancing Machine“ nicht nur die Jacksons, sondern auch *NSYNC auf die Bühne.
Platz 3: The Osmonds
77 Millionen verkaufte Alben
Genau wie die Jackson 5 entstammten die Osmonds aus einer Großfamilie. Ende der 1950er-Jahre begannen die Brüder Alan, Wayne, Merrill und Jay gemeinsam zu singen und sie traten auf lokalen Dorffesten und in Vergnügungsparks auf, wo sie an einem Tag entdeckt wurden. Es folgten erst einige Fernsehshow-Auftritte und im Jahr 1971 erschien ihr gleichnamiges Debütalbum. Die Platte erhielt Goldstatus, so wie auch die vier Folgealben, die innerhalb von zwei Jahren erschienen. Ab Mitte der 1970er-Jahre verloren die Osmonds an Popularität in den USA, gewannen dafür allerdings große Beliebtheit in Europa: Eine Osmondmania brach aus. Mit dem großen Erfolg kamen jedoch auch die Schicksalsschläge Familienkonflikte: So ließ der Erfolg der Osmonds ab den 1980er-Jahren rasch nach. 2008 feierte die Band ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem gemeinsamen Konzert in Las Vegas, bei dem zum ersten Mal seit 27 Jahren wieder alle Mitglieder zusammenkamen.
Platz 2: New Kids On The Block
Etwas mehr als 80 Millionen verkaufte Alben
Die New Kids On The Block wurden im Jahr 1984 ins Leben gerufen und gelten bis heute als Pioniere des Boyband-Phänomens der 1990er- und 2000er-Jahre. Jonathan und Jordan Knight, Joey McIntyre, Donnie Wahlberg und Danny Wood waren zur Zeit der Gründung noch Kinder, bei ihrem Durchbruch im Jahr 1988 gerade volljährig. Mit dem ersten Hit „Don’t Go Girl“ und als Vorprogramm der Sängerin Tiffany brach eine Massenhysterie aus, die später mit der Beatlemania verglichen wurde. Jahrelang wurden NKOTB von Fans belagert und erhielten sogar Morddrohungen. Bei einem Konzert im Jahr 1992 in Seoul, Südkorea, starb ein junger Mann an Verletzungen aufgrund der Massenpanik und -hysterie. Daraufhin spielte die Band vorerst nicht mehr live. 1994 lösten sich NKOTB auf – bis dato waren sie zeitweise die höchstbezahlten Entertainer der Welt und verdienten pro Jahr eine Milliarde Dollar an Merchandise-Artikeln. Ihr drittes ALbum STEP BY STEP erhielt in den USA Dreifach-Platin-Status. Im Jahr 2008 feierte die Band ein sehr erfolgreiches Comeback – mehrere Touren und Alben mit den Backstreet Boys inklusive.
Platz 1: Backstreet Boys
Mehr als 100 Millionen verkaufte Alben
Die Backstreet Boys, alias Howie Dorough, Alexander James McLean, Nick Carter, Brian Littrell und Kevin Richardson lernten sich im Jahr 1992 kennen und beschlossen, eine Band zu gründen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits ihre erste Single „We’ve Got It Going On“ erreichte Gold-Status in Deutschland, ihr nach dem Bandnamen betitelte Debütalbum schaffte Sechs-Fach-Platin-Status. Mit ihrer zweiten Platte BACKSTREET’S BACK kam auch der Erfolg in den USA: Ihr drittes Album MILLENIUM mit dem Welthit „I Want It That Way“ verkaufte sich innerhalb von einer Woche 1,3 Millionen mal in den USA und brach damit den Rekord des meistverkauften Albums in der ersten Veröffentlichungswoche.
Im Jahr 2006 verließ Richardson die Gruppe, stieß jedoch sechs Jahre später wieder dazu. Bis heute sind die Backstreet Boys musikalisch aktiv. Fun Fact: In der Gründungszeit der Backstreet Boys war ihr Manager niemand anderes als der ehemalige NKOTB-Manager Johnny Wright.



