Das wäre aber nicht nötig gewesen…


Der Musikexpress zieht die Ausrutscher der Großen und Guten unter dem Teppich der Geschichte hervor.

The Black Crowes Three Snakes And One Charm (1996)

Was hatten wir sie geliebt. Vor allem für „Shake Your Money Maker“ und „The Southern Harmony And Musical Companion „, ihre ersten beiden Alben. Die Black Crowes aus Georgia scherten sich einen Dreck um Zeitgeist und Modeerscheinungen, bedienten sich dafür reichlich bei den Stones und den Faces und machten Anfang der Neunziger jedem eine rechte Freude, dem „Appetite For Destruction“ zu heavy und „Pump“ zu geschleckt war. Fernab jeden Anspruchs spielte die Band um die beiden Robinson-Brüder Chris (Gesang) und Rieh (Gitarre) locker auf und landete doch plötzlich in den Charts. Ihr geschmeidig geradeaus rollender Southern Rock fand reichlich Freunde. Das dritte Album, „Amorica“, enttäuschte dann schon ein paar Fans der ersten Stunde. Immer mehr fransten die Songs aus, verloren sich in psychedelisch angehauchtem Gewaber. „Three Snakes And One Charm“ sollte die Wende bringen, weg vom verkifften Gegniedel. Aber statt die Hausapotheke mal nicht mehr ständig zu konsultieren, griff die Band immer häufiger zu allen möglichen illegalen Substanzen. „Wir haben es bei den Aufnahmen ein bisschen übertrieben“, gab Chris Robinson später ebenso reumütig wie euphemistisch zu Protokoll. Was man dem Album auch anhört. Kein Song bleibt auch nur annähernd hängen, meist versanden die Titel im Nichts. Irgendwie versuchen die Black Crowes, aus den gleichen Zutaten wie schon auf den Vorgängern ein leckeres Süppchen zu kochen, aber leider ist hier das Ergebnis weit weniger als die Summe seiner Teile.