Dave Grohl: Falsche Kurt-Cobain-Todesmeldung hat ihn traumatisiert

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Dave Grohl – ehemaliger Nirvana-Schlagzeuger und Frontmann der Foo Fighters – hat in seinem neuen Buch „The Storyteller: Tales of Life and Music“ enthüllt, dass er durch eine falsche Todesmeldung (nur einen Monat vor Kurt Cobains tatsächlichem Tod im Jahr 1994) nicht in der Lage war, den Verlust seines Bandkollegen und Freundes richtig zu verarbeiten.

Im März 1994 wurde Nirvana-Sänger Kurt Cobain wegen einer Überdosis Alkohol und Drogen in ein italienisches Krankenhaus eingeliefert. Nachdem er dort fünf Tage verbrachte, wurde er wieder entlassen. Während seines Krankenhausaufenthalts kursierte schnell die Falschmeldung, dass Cobain verstorben war. Nur fünf Wochen später nahm sich der damals 27-Jährige das Leben.

In „The Storyteller“ (via „The New York Post“) beschreibt Dave Grohl nun den Zeitpunkt, als ihn die Falschmeldung erreichte: „Meine Knie gaben nach und ich ließ das Telefon fallen, als ich auf den Boden meines Schlafzimmers fiel und mein Gesicht mit meinen Händen bedeckte und anfing zu weinen.“

„Mich überkam eine tiefe Traurigkeit, die ich mir nie hätte vorstellen können“

Weiter schreibt er: „Der schüchterne junge Mann, der mir bei unserer ersten Kennenlernen am Flughafen von Seattle einen Apfel angeboten hatte, war gegangen. Mein ruhiger, introvertierter Mitbewohner, mit dem ich in Olympia eine winzige Wohnung geteilt hatte, war weg. Der liebevolle Vater, der jeden Abend vor jeder Show mit seiner schönen kleinen Tochter hinter der Bühne spielte, war weg. Mich überkam eine tiefe Traurigkeit, die ich mir nie hätte vorstellen können.“

Doch nur wenige Minuten später erhielt Grohl einen weiteren Anruf, wodurch er erfuhr, dass Cobain überlebt hatte. Dieses Gefühl beschreibt er heute, als wäre er „wiedergeboren“ worden. Dennoch betont er, dass ihn der falsche Todesbericht sehr mitgenommen habe und er dadurch seine „Mauern höher baute“, um sich emotional zu schützen.

Dass er sich emotional so abschottete, wurde Grohl nur einen Monat später zum Verhängnis, als ihm mitgeteilt wurde, dass Cobain wirklich gestorben war. Er sei „blockiert durch das Trauma von einem Monat zuvor“ gewesen und der falsche Todesbericht habe ihn „in einem Zustand konflikthafter emotionaler Verwirrung zurückgelassen“, so Grohl.

„Ich versuchte, mir die Tränen aus den Augen zu wringen“

„Es gab Zeiten, in denen ich mein Herz anflehte, den Schmerz zu spüren, den er gefühlt haben muss. Ich versuchte, mir die Tränen aus den Augen zu wringen, während ich diese verdammten Mauern verfluchte, die ich so hoch gebaut hatte, weil sie mich von den Gefühlen abhielten, die ich unbedingt fühlen musste.“

Auch heute spüre er noch immer die Wirkung des ersten Anrufs, der ihn am stärksten traf. „Aber wenn ich mich an ein Schlagzeug setze, fühle ich Kurt am meisten“, so Grohl. Außerdem: „Ich spiele nicht oft die Songs, die wir zusammen gespielt haben, aber wenn ich auf dem Hocker sitze, kann ihn mir immer noch vor mir vorstellen – wie er mit seiner Gitarre ringt und seine Lunge ins Mikrofon schreit.“

+++ Dieser Artikel erschien zuerst auf RollingStone.de +++


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