Designing 007 – 50 Jahre James Bond

Sean Connery

Es gibt keine größere britische Stilikone als James Bond? Diese Behauptung kann man für übertrieben halten. Schließlich haben die Briten mit Designern wie Ron Arad, Vivienne Westwood und all den Saville-Row-Schneidern die Welt des Interior, der Subkulturen und des Maßanzugs gehörig geprägt.

Doch es gehört zur Natur einer riesigen Jubiläumsausstellung, davon zu sprechen, dass die über ausgestellten 400 Exponate etwas Bahnbrechendes geleistet hätten. Haben sie ja auch. Nur eben nichts, was die Welt aus ihren Angeln hob. Dennoch ist die Ausstellung „Designing 007 – Fifty Years of Bond Style“ , die gerade und noch bis zum 05. September im London er Barbican Museum zu sehen ist, eine großartige Überblicksschau zu Stil, Lebenswelt und High-Tech-Ausstattung des berühmtesten Spions der Welt.

23 Filme, 50 Jahre und 6 Bond-Darsteller – und noch immer zieht das Hochglanzspektakel die Welt in seinen Bann: testosterongeladene Geheimagenten messen sich mit sadistischen Bösewichten, mit Superfrauen mit Superbrüsten und Supertricks, die sie aber nur zeigen, solange sie mit James Bond noch nicht im Bett waren; dazu gibt es geschüttelte Wermutdrinks und bisweilen futuristische Waffen.

Und die Ausstellung hält alles parat. Als wäre man vom ersten Auftritt Sean Connerys in „James Bond jagt Dr. No“ bis zu Daniel Craig in „Casino Royale“ dabei gewesen, lässt sich vom Setaufbau, über die Ausstattung, die Kostüme, die Stunts, Spezialeffekte, Storyboards bis hin zu den Filmpostern alles im Barbican entdecken.

„Unser Ziel war es, dem Besucher einen Gesamtüberblick zu geben, so dass er am Ende versteht, welches Design zu einem Bond-Film gehört“, erklärt die Kostüm-Geschichtswissenschaftlerin und Gast-Kuratorin Bronwyn Cosgrave.

Man betritt die Ausstellung durch einen Gewehrlauf, flaniert durch Ms Büro, schaut sich die technischen Spielereien in Qs Schaltzentrale an, betritt ein Casino und besucht exotische Gefilde, in die 007 geführt wurde.

Schließlich begegnet man Bösewichten wie Dr. Julius No oder Dominic Greene aus „Ein Quantum Trost“, kann die ersten Konstruktionszeichnungen von Goldfingers Jet studieren; die berühmte goldene Knarre inklusive 007-gravierter-Patrone ist ebenfalls ausgestellt und natürlich alle wichtigen Kostüme der letzten 50 Jahre.

 

Man muss vielleicht ein paar Bond-Filme gesehen haben, um vom Wert dieser aufwendig recherchiert und gestalteten Ausstellung gerührt zu sein. Dann aber ist sie eine Glanzstunde an gestalterischer Sophistication. Ob weltverändernd oder nicht. 



“Designing 007: 50 Years of Bond Style” | 06. Juli – 05. September 2012

Barbican Museum 
London EC2
www.barbican.org.uk



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