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#deutschrapmetoo: Neue Podcasts zur Diskussion

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Das Thema #deutschrapmetoo wird zu Recht immer noch diskutiert. Was vor allem an der Initiative #deutschrapmetoo liegt, die in vielen Medien präsent ist und Interviews gibt. Und es liegt an einigen Rap-Podcasts, die schon oft dadurch aufgefallen sind, die Szene konstruktiv zu kritisieren. In den letzten Tagen sind weitere Folgen erschienen, die sehr informativ und bisweilen auch haltungsstark auf das Thema eingehen.

Machiavelli – Rap und Politik

Der Podcast von Cosmo vom WDR mit Salwa Houmsi, Jan Kawelke und Vassili Golod ist eh eines der spannendsten und erfolgreichsten Formate der letzten Jahre. Schon beim 14-tägigen News-Überblick „Machiavelli – Push“ in der Vorwoche griff man das Thema auf, nun folgte die wie oft sehr gut recherchierte Folge zum aktuellen Vorfall und den Folgen, die dieser haben sollte. Spannend sind vor allem die letzten zwanzig Minuten, in denen vor Salwa vehement betont, dass HipHop ein Riesengeschäft ist, bei dem die Labels einerseits auf Empowerment und Feminismus setzen, andererseits aber mit den besonders misogynen Tracks gutes Geld machen. Das dürfe man ihnen nicht mehr durchgehen lassen.

Schacht & Wasabi – der Deutschrap-Podcast von PULS

Falk Schacht und Jule Wasabi gehen das Thema sehr fachlich an und haben die Psychotherapeutin Dr. Med Heike Melzer eingeladen. Bisweilen hätte man sich gewünscht, dass Schacht und Wasabi noch ein wenig mehr über ihre eigenen Erlebnisse und Beobachtungen in den letzten Jahren gesprochen hätten, andererseits schafft es diese Folge sehr gut aufzuzeigen, dass man es hier mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun hat, das zwar in einigen, sehr erfolgreichen HipHop-Spielarten zelebriert wird, aber eben auch so erfolgreich ist, weil Frauenhass anscheinend immer noch bei vielen Männern hoch im Kurs steht.

Die wundersame Rapwoche

Auch die dritte Folge der „K.I.Z.-Festspiele“ von „Die wundersame Rapwoche“ streift immer wieder mal das Thema #deutschrapmetoo, obwohl Mauli, Staiger und Nico eigentlich am Anfang sagen, sie wollten es nicht tun. Wieder sind diese Parts ein wenig zu kurz geraten, aber wieder kommt es zu der spannenden Frage, warum Sex und der Umgang mit Frauen im Deutschrap eigentlich so brutal und kalt ist? Und warum es zig Beispiele misogyner Rap-Tracks gibt, aber eigentlich kaum wirkliche Hymnen über guten, für beide Seiten erfüllenden, einvernehmlichen Sex.


Jan Müllers „Reflektor“-Kolumne, Folge 5: Live aus dem Schlachthof
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