Die andere Discotheque

Mit einem Remix zeigen U2, wie zeitgemäß ihre POP-CD klingen könnte.

Als U2 ankündigten, mit POP endgültig den Weihrauch gegen Trockeneis einzutauschen, waren die Erwartungen und Befürchtungen groß. Die ehemaligen Kerzenständer des rockenden Pathos als zuckende Tänzer im Stroboskop-Gewitter? Alles halb so wild. Die traditionelle Gefolgschaft konnte aufatmen: POP geriet zu einem typischen U2~Album, zirpende und wummernde Experimente blieben erträglich. Sanfte Enttäuschung allerdings machte sich bei jenen breit, die den umtriebigen Iren ein tatsächlich zukunftsweisendes Album zugetraut hatten. In jeder Hinsicht anders jedoch geriet „Discotheque“, die erste Single aus POP. Auf der aktuellen ME/Sounds-CD setzen wenig respektvolle Soundtüftler den ohnehin schon dynamischen Song zusätzlich unter Strom. Dieser „Discotheque“-Mix zeigt, wie POP hätte klingen können, wenn U2 bei den Aufnahmen zu ihrem jüngsten Album weniger Rücksicht auf ihre alten Fans genommen hätten. Bono indes sieht das Für und Wider zur Musik seiner Band völlig gelassen: „Ich glaube sowieso nicht, daß unsere Musik cool ist. Schön, wir haben coole Konzerte hingelegt und coole Videos gedreht. Aber eigentlich ist unsere Musik ziemlich heiß und somit das Gegenteil von cool.“ Mag sein. Hört man jedoch den Opener der neuen CD von ME, wird deutlich, daß U2 nach wie vor zu den interessantesten Acts der Rockmusik zählen.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.