Die eigene Stimme

‚Hallo?‘ Kreischende Kinder im Hintergrund. John Parish am Telefon: „Du hast mich zu Hause erwischt, in Bristol.“ Das ist erwähnenswert, weil nicht einfach – Parish tourt und spielt mit diversen Bands, schreibt Theatermusik, produziert-vor allem PJ Harvey, aber auch Giant Sand, die Eels, 16 Horsepower, Tracy Chapman. Auf Once Upon A Little Time war es Parish selbst, der Unterstützung erhielt: von seinen Töchtern Hopeyund Honor. Hopey kam eines Tages ins Studio und fing an, Orgeltasten zudrücken; John hat’s aufgenommen und für „Sea Defense“ verwendet. Honor ihrerseits sorgte dafür, daß Schuhe. Puppen und Xylophone im Booklet in Reih und Glied stehen. Als Parish die Texte schrieb, kam ihm die Idee, „einfach mal zu singen, obwohl ich so viele gute Sänger kenne und nie in einer Bond singen wollte. Weil ich einfach nicht ich selbst war, wenn ich sang. Aber ich habe in den letzten Jahren viel mit meinen Kindern gesungen und dabei wahrscheinlich gelernt, wie John Parish zu singen.“

Die CD ist seine bislang größte Annäherung an Pop, getragen von melancholischen Melodien und intimen Arrangements. Ein Richtungswechsel nach dem experimentellen Instrumentalalbum How Animals Move (2002). Entstanden sind die zwölf Songs im italienischen Nave, in Bristol und Kopenhagen mit den befreundeten Musikern Giorgia Poli (Baß. Gesang), Marta Collica (Keyboards, Gesang) und Jean-Marc Butty (Drums). „Eine Band lebt van ihren Charakteren, mehr als von den Leistungen der Musiker“, sagt Parish, „und das ist die erste Band, von der ich sofort sagen konnte, daß ich eine zweite Platte mit ihr machen möchte.“ Und warum nicht mehr mit Polly Jean Harvey? „Eines Tages werden wir sicher wieder gemeinsam Songs aufnehmen, aber wir waren musikalisch so stark verbunden, daß wir größere Pausen brauchen.“

www.johnparish.com

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