Die Musikindustrie trifft sich in Austin, Texas beim ‚South By Southwest‘-Festival

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Ein Blick auf Austin während des SXSW Festivals

Aufstrebende Bands, Musikindustrie-Menschen und Musikjournalisten befinden sich gerade auf dem Weg ins texanische Austin, wo am 8. März das zehntägige, alljährlich stattfindende South By Southwest (SXSW) Festival beginnt. Gegründet wurde das weltweit wichtigste Musikindustrie-Treffen 1986 von Roland Swenson, Louis Black und Nick Barbaro, die eine Konferenz zum physischen Musikwissensaustausch in der Musikbranche schaffen wollten.

Seit der Gründung des SXSW ist viel passiert. Von einer einfachen Konferenz ist das Festival immer weiter gewachsen, mittlerweile versetzt es das sonst beschauliche Austin alljährlich in einen musikalischen, filmischen und Marketing-Ausnahmezustand. Für die texanische Stadt ist das Festival aber nicht nur aus musikalischen Gründen wichtig: Das SXSW bedeutet in diesem Jahr für Austin laut SXSW-Direktor Mike Shea einen erwartbaren Umsatz von voraussichtlich 200 Millionen US-Dollar.

Dieser finanzielle Erfolg stellt gleichzeitig eine Gefahr für das SXSW dar: Kritiker zweifeln die gleichzeitige Erhaltung der ursprünglichen Festivalwerte – das Entdecken unbekannter Bands, das auch mal in Stress ausarten kann – an. Das Festival hat ihrer Meinung nach eine Dimension angenommen, die meilenweit vom ursprünglichen Festivalgedanken – dem Industrie-internen Austausch – entfernt ist.

Dennoch war und ist das SXSW-Festival ein Sprungbrett für viele Bands. Die White Stripes, The Strokes, Mumford and Sons und viele weitere jetzt berühmte Bands feierten ihren Durchbruch nach Auftritten beim SXSW-Festival. Auch aus diesem Grund spielen Gruppen in den zehn Festivaltagen bis zu acht Shows. Sie wollen entdeckt werden. Aber auch die Großen sind längst da: Dieses Jahr werden Live-Performances von Iggy And The Stooges, Depeche Mode, Green Day, Justin Timberlake und Nick Cave and The Bad Seeds erwartet. Dass diese Konzerte für die potentiellen Newcomer einen erheblichen Zuschauerverlust bedeuten, scheint an dieser Stelle auch dem ursprünglichen Festivalgedanken zu widersprechen. Wie die Atmosphäre im letzten Jahr war, kann man gut in diesem Video hier sehen:



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