Donald Trump, „Y.M.C.A.“ und eine gewagte Behauptung
Trump meint, seine Moves hätten „Y.M.C.A.“ monatelang auf den 1. Platz gehalten – doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte.
Donald Trump hat bei einem Auftritt in einer Seniorenwohnanlage im US-Bundesstaat Florida von seinem angeblich maßgeblichen Einfluss auf den andauernden Chart-Erfolg für „Y.M.C.A.“ geschwärmt.
Seine Tanzbewegungen, so der US-Präsident am 1. Mai, hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass der Disco-Track der Village People erneut für eine lange Zeit die Spitzenposition der Charts erreicht habe.
Aber was ist da dran?
Der Song, der ursprünglich 1979 veröffentlicht wurde, kehrte tatsächlich Jahrzehnte später an die erste Stelle der Verkaufscharts zurück, nachdem er im im Zuge des 2024er Wahlkampfes erneut hochgeholt und populär geworden war.
Trumps Team nutzte das Lied regelmäßig als Abschlussmusik bei Veranstaltungen. Laut US-Medien erklang „Y.M.C.A.“ bei über 100 Wahlkampfauftritten und wurde so zunehmend zum inoffiziellen Soundtrack seiner Kampagne.
In seiner Florida-Rede sprach Trump darüber, dass es seine Dance-Moves gewesen seien, die das Stück so besonders beliebt gemacht hätten, sodass es „Monate“ wieder in den Charts vertreten war. Am Ende seines Talks lieferte er auch ebendiese Tanz-Bewegungen erneut ab – ein Hochreißen beider Fäuste mitsamt Hüftschwung.
Was sagt Melania Trump dazu?
Er erzählte zudem auch von der Reaktion seiner Ehefrau auf seine Bewegungen. Diese habe nämlich wenig Gefallen an seinen Tanzeinlagen gefunden. Er zitierte Melania Trump mit den Worten, sein Tanz sei ihr „nicht präsidentiell“ genug gewesen. Und weiter: „Sie hasst es, wenn ich zu dem tanze, was manchmal als die Hymne der Schwulen bezeichnet wird.“ Dennoch verteidigte er seinen Auftrittsstil mit Verweis auf seine damaligen Umfragewerte.
Aber Achtung: Allerdings passt Trumps Ansage nicht ganz zur eigentlichen Dauer des erneuten Chartserfolgs. Während er von „Monaten“ sprach, lag „Y.M.C.A.“ letztlich lediglich sechs Wochen auf Platz eins. Und auch der Rest seiner Behauptung lässt sich schwer belegen.
Wie finden Village People die ganze Sache?
Die Nutzung des Songs im politischen Kontext hatte bereits zuvor für Diskussionen gesorgt. Village-People-Frontmann Victor Willis hatte sich 2020 zunächst gegen die Verwendung durch Trump ausgesprochen, seine Haltung jedoch später revidiert. 2021 erklärte Willis, Trump scheine den Song „aufrichtig zu mögen“, weshalb er auf rechtliche Schritte verzichtete. Seine Vorliebe für den Track betonte der Präsident bei seiner Rede übrigens erneut.
Auch ein Auftritt der Village People bei Trumps Amtseinführung wurde öffentlich diskutiert – er fand aber tatsächlich statt. Willis betonte dabei, Musik solle unabhängig von politischen Positionen aufgeführt werden.







