Millionen-Betrug? Drake wegen Stream-Manipulation verklagt
Schwere Vorwürfe gegen Drake: Der Rapper soll mit einem Online-Casino millionenfach Streams manipuliert haben. Jetzt fordern Klägerinnen Schadensersatz.
In den USA sieht sich Rapper Drake einer neuen Sammelklage mit schweren Betrugsvorwürfen konfrontiert. Dem kanadischen Superstar wird vorgeworfen, ein Online-Casino genutzt zu haben, um die Streamingzahlen seiner Songs künstlich in die Höhe zu treiben. Die Klage wurde am 31. Dezember 2025 im Bundesstaat Virginia eingereicht und zeichnet das Bild eines komplexen Systems aus Geldflüssen, Marketingmanipulation und möglichem Betrug.
Zwei Klägerinnen gegen den Rap-Star
Konkret geht es um die Online-Plattform „Stake.us“, mit der Drake 2022 einen millionenschweren Werbevertrag abgeschlossen haben soll. Zwei Kundinnen der Plattform, LaShawnna Ridley und Tiffany Hines, werfen dem Rapper vor, Teil einer Verschwörung zu sein. Diese habe nicht nur Verbraucher:innen getäuscht, sondern auch gezielt die Mechanismen von Musik-Streamingdiensten ausgenutzt. Ziel sei es gewesen, Drakes Popularität künstlich zu steigern und sich dadurch wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen.
Systematisches Botting für Fake-Streams
Wie „Rolling Stone“ und „Complex“ berichten, beschreibt die Klageschrift detailliert, wie interne Funktionen der Casino-Plattform eingesetzt worden sein sollen, um Geld zwischen Beteiligten zu verschieben. Diese Mittel seien anschließend genutzt worden, um sogenanntes Botting zu finanzieren: automatisierte Streams, die Drakes Musik auf Plattformen wie Spotify millionenfach abspielten, ohne dass echte Hörer:innen dahinterstanden. Auf diese Weise sei eine Scheinpopularität erzeugt worden, die Charts, Empfehlungsalgorithmen und die Wahrnehmung innerhalb der Branche verzerrt habe.
Fans auf TikTok zeigen sich entsetzt über die Vorwürfe:
Im Zentrum der Vorwürfe steht Drake selbst, der demnach bewusst automatisierte Bots und Streaming-Farmen eingesetzt habe. Dies habe nicht nur die Integrität kuratierter Playlists untergraben, sondern auch anderen Künstler:innen geschadet. Die Klägerinnen sprechen von falscher Marketingmanipulation und sehen sich sowohl finanziell als auch ideell geschädigt.
Illegales Casino unter dem Deckmantel virtueller Währung
Darüber hinaus wirft die Klage „Stake.us“ vor, als eines der größten illegalen Online-Casinos in den USA zu operieren. Die Plattform habe Echtgeld-Glücksspiel verschleiert, indem sie den Einsatz virtueller Währungen bewarb, die angeblich kein reales Geld darstellten. Tatsächlich seien diese Coins direkt in US-Dollar auszahlbar gewesen, so die Klägerinnen. Drake wird als prominenter Werbeträger dargestellt, der zur Glaubwürdigkeit dieses Geschäftsmodells beigetragen habe. Die Klägerinnen fordern nun Schadensersatz, Strafzahlungen sowie eine einstweilige Verfügung, die das beanstandete Verhalten unterbinden soll. Für Drake ist es nicht die erste juristische Auseinandersetzung in diesem Kontext: Bereits im Oktober wurde er in zwei weiteren Klagen rund um „Stake“ als Angeklagter genannt.




