Eagles Of Death Metal live in Köln

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Als die Eagles of Death Metal, angeführt von Jesse Hughes, ins Scheinwerferlicht traten, wurde schnell klar, dass diese Jungs keine schlechten Neuigkeiten für das schnauzbärtige Kölner Publikum hatten, sondern jede Menge gute Laune, sexy Posen und Peace, Love & Death Metal. Schon beim Opener „I Only Want You“ hatte die Frontsau sein Publikum fest im Griff und sorgte mit einer Mischung aus Ausdruckstanz und Sonnenbrillen-Posing dafür, dass sich die T-Shirts mit dem eigenen und dem Schweiß der ständig wechselnden Nebenleute vollsogen. Die Shirts wurden zuvor bereitwillig am Merchandise-Stand erworben und präsentierten eine herausgestreckte Zunge, der ein imposanter Oberlippenbart gewachsen war. Doch den coolsten Schnauzer hatte Jesse natürlich selber, und mit diesem führte er seine Nebenleute durch eine Setlist, die neuere Songs aber auch viele Stücke vom Debütalbum auf die Konzertbesucher losließ. Gut gelaunt machte er seine Späße mit dem Publikum, posierte mit einem Hut, den er von einem Fan geschenkt bekam und zeigte mehrmals unter anerkennendem Beifall, dass ein aus Todesmetall geformter Adler sein Bier auf ex trinkt. Das beeindruckte – ebenso wie die tight gespielte Version von „I Want You So Hard“, nach der die Musiker das erste mal die Bühne verließen.Statt der üblichen „We want more“ Rufe lockten die Besucher den Frontmann mit „The Boy is bad news“-Sprechchören zurück auf die Bühne. Der Rest der Band musste noch ein Weilchen warten, während Jesse eine Soloversion, wahrscheinlich um zu beweisen, dass diese Kombination nicht nur auf Baumwolle gut funktioniert, des Stones-Klassikers „Brown Sugar“ zum Besten gab.Doch fehlte dem Publikum der Rumpel-Rythmus von Drums und Bass und es forderte daher kurzerhand die Band zurück auf die Bretter, um zum finalen „Speaking In Tongues“ kollektiv Beine, Arme und Hüften zu bewegen.Nach dem Konzert hatte man dann auch die Gelegenheit, mit dem volksnahen Frontmann über die wichtigen Dinge des Lebens, wie Schnauzbartpflege oder das Rockstardasein im Allgemeinen zu philosophieren. So konnte das Kölner Publikum erschöpft, aber glücklich nach Hause gehen mit der Gewissheit, das bekommen zu haben, was es auf dem Plan hatte: Einen Abend voller sinnentleertem, geilem Rock-Scheiß.

Mario Piontek – 11.03.2009


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