Neue Podcast-Folge: „Die Streifenpolizei“ über die Favoriten der Oscar-Verleihung

Musikexpress exklusive Kraftwerk Vinyl in Ausgabe 04-19
Meinung

Nach „March For Our Lives“-Protesten: Waffennarr Jesse Hughes beweist erneut, dass er ein Idiot ist

Dass Jesse Hughes ein konservativer und, nun ja, provokanter Geselle ist, wissen wir spätestens seit den Anschlägen von Paris im November 2015. Damals trat er mit seiner Band Eagles Of Death Metal im Club „Le Bataclan“ auf, allein dort starben 89 Menschen durch Schüsse von Terroristen. Eine schreckliche Tat, ein schreckliches Erlebnis, keine Frage. Hughes aber entblödete sich nicht, nur wenige Wochen nach den Anschlägen öffentlich über einen „Inside Job“ zu spekulieren – die Attentäter müssen Helfer unter den Mitarbeitern des Clubs gehabt haben, glaubte Hughes. Außerdem kritisierte er die strengen Waffengesetze Frankreichs, schließlich hätten sie die geschehenen Taten nicht verhindern können. Im Gegenteil: „Waffen für alle!“, das sei doch wohl die Lösung.

Nun hat Jesse Hughes erneut bewiesen, dass er ein empathieloser Waffennarr mit Hang zur Realitätsverzerrung ist: Auf Instagram postete er mehrere Bilder, durch die er direkt oder indirekt die Schüler und Demonstranten verurteilt, die am Wochenende zu Hundertausenden an den „March For Our Lives“-Protesten teilnahmen und damit gegen Waffengewalt auf die Straße gingen.

Am Sonntag postete Hughes einen Comic auf Instagram, mit dem er Waffenbesitz mit Genitalien vergleicht:

https://www.instagram.com/p/Bgu6ENQAZL6/

Kooperation

Hey Jesse, kleiner Hinweis von uns: Deinen Penis kannst Du auch für sinnvolle und lebensbejahende Dinge benutzen. Maschinengewehre und Pistolen nicht.

Das Bild allein könnte man in all seiner Traurigkeit noch irgendwie lustig finden. Dazu schrieb NRA-Fan Hughes jedoch ein paar aufgeregte Sätze, die man kaum wiedergeben oder gar übersetzen mag. Einen davon muss man definitiv zitieren:

„As the survivor of a mass shooting I can tell you from first-hand experience that all of you protesting and taking days off from school insult the memory of those who were killed and abuse and insult me and every other lover of liberty by your every action…..Long Live Rock’n’Roll….. and may everyone of these disgusting vile abusers of the dead live as long as possible so they can have the maximum amount of time to endure their shame….and be Cursed….“

Ja, richtig gelesen: Hughes, selbst Überlebender einer Massenschießerei, behauptet, dass Proteste gegen Waffen und die Waffenlobby einer Beleidigung der Toten gliche. Darauf muss man erst einmal kommen!

Jesse Hughes verhöhnt Emma González

Eine der bekanntesten Demonstrantinnen des Wochenendes ist Emma González. Die Schülerin verlor bei einem Amoklauf an einer Highschool in Florida am 14. Februar 2018 Mitschüler, 17 Menschen wurden in nur sechs Minuten und 20 Sekunden erschossen. Am Sonntag hielt sie eine bewegende Rede vor den Demonstranten:

Und was macht Jesse Hughes? Teilt daraufhin eine unter Rechten viral gegangene Fotomontage von ihr, in der die Teenagerin scheinbar die us-amerikanische Konstitution zerreißt (auf dem Originalfoto zerreißt sie eine Zielscheibe), beschimpft sie in den Hashtags als dumme Verliererin und Hochverräterin und will damit das berühmte und umstrittene „2nd Amendment“ verteidigen. Kein Wunder, dass die Rechten darauf anspringen.

So ging es in diversen Postings weiter, den Großteil davon hat Hughes in der Zwischenzeit wieder gelöscht. Im aktuellsten Posting auf Instagram geriert sich der 45-jährige Kalifornier trotzdem als Verfechter der Meinungsfreiheit.

Wie gesagt: Jesse Hughes ist ein Vollidiot.

(Und außerdem Sänger und Gitarrist der Eagles Of Death Metal. Deren aktuelles Album ZIPPER DOWN erschien 2015.)

UPDATE: Hughes hat nunmehr sämtliche Postings gelöscht. Das Internet hat sie sich trotzdem gemerkt:


Ödland Berlin: Kampfgeschrei auf der Suche nach einem Proberaum
Weiterlesen